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Online-Magazin der Deutschen UNESCO-Kommission
Ausgabe 12, Dezember 2002
     
 

2003 - Internationales Jahr des Süßwassers

Die Vollversammlung der Vereinten Nationen hat 2003 zum "Internationalen Jahr des Süßwassers" erklärt. Ziele des internationalen Jahres sind eine nachhaltige Wasserbewirtschaftung und der Schutz der Trinkwasservorräte. Die Mitgliedstaaten der UNO und Nichtregierungsorganisationen sind dazu aufgerufen, mit eigenen Beiträgen und Aufklärungskampagnen für einen umsichtigeren Umgang mit dem Lebensquell Wasser zu werben. Die UNESCO hat die Federführung für das Jahr des Süßwassers übernommen.

Süßwasser ist eines der bedeutendsten Elemente für das Leben auf der Erde. Es ist unersetzbar für die Nahrungsmittelerzeugung und als Energiequelle. Sauberes Wasser ist Voraussetzung für das Funktionieren der Ökosysteme und für die Gesundheit des Menschen. Aber die Wasservorräte sind begrenzt und ungleich verteilt. 70 Prozent der Erdoberfläche sind mit Wasser bedeckt, doch nur 2,5 Prozent davon sind Süßwasservorkommen. Während in den reichen Industriestaaten Wasser verschwendet wird, bringt das Bevölkerungswachstum in den trockenen Gebieten der Erde - im Nahen Osten, in Nordafrika und Südasien - akute Wasserknappheit mit sich.

70 Prozent der Erdoberfläche sind mit Wasser bedeckt, doch nur 2,5 Prozent davon sind Süßwasservorkommen. Süßwasser-Ökosysteme nehmen weltweit eine Fläche von nur 0,8 Prozent ein.

Foto: UNESCO

1,1 Milliarden Menschen, etwa ein Sechstel der Weltbevölkerung, haben keinen Zugang zu sauberem Wasser. 40 Prozent der Weltbevölkerung verfügen nicht über eine adäquate Abwasserentsorgung. Täglich sterben 6.000 Kinder an Krankheiten, die durch unsauberes Wasser übertragen werden. Verschmutztes Trinkwasser und mangelhafte Abwasserentsorgung sind die Ursache für 80 Prozent aller Krankheiten in Entwicklungsländern. Eine einzige Toilettenspülung in den Industrieländern verbraucht so viel Wasser, wie eine Person in einem Entwicklungsland pro Tag für Waschen, Trinken und Kochen zur Verfügung hat.

Das Internationale Jahr des Süßwassers 2003 soll Wege aufzeigen, wie der globalen Wasserproblematik begegnet werden kann. Es soll als internationale Plattform für Ideen dienen, um geeignete Initiativen für eine nachhaltige Bewirtschaftung der Wasservorräte zu entwickeln und voran zu bringen.

Ein erster Schritt dazu war die Internationale Konferenz zur Trinkwasserproblematik 2001 in Bonn. Sie formulierte als Ziel, bis 2015 die Zahl der Menschen, die keinen Zugang zu sauberem Wasser haben, zu halbieren. Um weiteren 1,6 Milliarden Menschen Zugang zum Wasser zu ermöglichen und für zwei Milliarden Menschen eine deutlich verbesserte Abwasserentsorgung und Hygienesituation aufzubauen, sind 20 Milliarden US-Dollar pro Jahr erforderlich. Das entspricht einer Verdopplung der derzeitigen globalen Investitionen. Auch damit wäre jedoch nur ein Teil der Probleme zu lösen.

Zusätzliche Investitionen sind angesichts der Folgeschäden von Naturkatastrophen und unzulänglichen Wirtschaftsweisen erforderlich. In den Entwicklungsländern versickern 90 Prozent der Abwässer ungeklärt oder werden in Flüsse, Seen und Meere geleitet. 50 Prozent des Trinkwassers gehen durch Lecks in den Leitungen, durch illegale Entnahmen oder Verschmutzung verloren. Bei der landwirtschaftlichen Bewässerung beläuft sich die Verlustrate auf circa 60 Prozent. Hochwasser haben in den 90er Jahren 75 Prozent der Menschheit betroffen und verursachten über 33 Prozent der Schadenskosten durch Naturkatastrophen. Die benötigte globale Investition für jede Art wasserbezogener Infrastruktur beläuft sich auf insgesamt 180 Milliarden US-Dollar jährlich. Die laufenden Ausgaben hierzu liegen bei 70 bis 80 Milliarden pro Jahr.

Die UNESCO, die das Jahr des Süßwassers 2003 federführend begleitet, hat im Rahmen ihres Internationalen Hydrologischen Programms (IHP) die Mitgliedstaaten aufgerufen, durch eigene Veranstaltungen die Inhalte des UNO-Jahres national zu verbreiten und das Verständnis für die Probleme der Wasserbewirtschaftung zu fördern.

Deutsche Beteiligung

Das deutsche IHP-Nationalkomitee veranstaltet eine internationale Fachtagung "Wasser - Lebensnotwendige Ressource und Konfliktstoff", die vom 20. bis 21. Februar 2003 in Erfurt stattfindet. Diskutiert wird über die Bewirtschaftung des Wassers vom Einzugsgebiet bis zum Wasserhahn des Endverbrauchers, über Konfliktbereiche und ihre Lösungsansätze (Internet: http://www.atv-dvwk-st.de/fte.htm).

Ein weiterer deutscher Beitrag zum Jahr des Süßwassers ist ein internationaler Workshop zum Thema "Hydrologische Messnetze für eine integrierte und nachhaltige Wasserbewirtschaftung", der vom IHP-Nationalkomitee am 22. und 23. Oktober in Koblenz ausgerichtet wird.

Internationale Aktivitäten

Ein international herausragendes Ereignis zum Jahr des Süßwassers ist das Welt-Wasser-Forum vom 16. bis 23. März 2003 in Kyoto, Japan. Auf diesem Forum wird das Welt-Wasser-Abschätzungsprogramm der Vereinten Nationen (World Water Assessment Programme / WWAP) erstmals seinen "Weltwasserbericht" vorstellen, der über die aktuelle Situation der Wasserreserven der Erde Aufschluss gibt.

In Rotterdam findet mit Beteiligung der UNESCO vom 3. bis 6. März eine internationale Konferenz zu den Fortschritten in der europäischen Flutvorhersage statt, in Rom vom 5. bis 7. Dezember ein internationales Symposium "Die Basis der Zivilisation - Wissenschaft des Wassers".

Über weitere Höhepunkte und Aktivitäten informiert die UNESCO auf ihrer offiziellen Website zum Jahr des Süßwassers http://www.wateryear2003.org sowie auf dem "Wasserportal" des IHP http://www.unesco.org/water

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Hofius, IHP-Nationalkomitee,
c/o Bundesanstalt für Gewässerkunde, Koblenz.
Telefon: (0261) 13065313.
E-Mail: hofius@bafg.de.
Internet: http://www.bafg.de

 

 

unesco heute online   Redaktion: Dieter Offenhäußer / Kurt Schlünkes
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