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Afrika
- der vergessene Kontinent?
41. Jahrestagung
der UNESCO-Projektschulen

Foto
© UNESCO / Dominique Roger |
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Unter
dem Titel "Afrika - der vergessene Kontinent?" fand vom
24. bis 27. September 2006 in Dillingen a.d. Donau die 41.
Jahrestagung des deutschen UNESCO-Schulnetzwerkes statt.
Lehrkräfte und Schüler der 180 deutschen UNESCO-Projektschulen
und Vertreter der Kultusministerien haben sich aus schulischer
Perspektive mit dem aktuellen Thema Afrika auseinandergesetzt.
Der
Schriftsteller Hans Christoph Buch ("Kain und Abel in Afrika")
hielt den Festvortrag "Kollateralschaden Kongo - Versuch,
eine afrikanische Tragödie zu erklären". Mehrfach hat Buch
Afrika bereist, unter anderem 2005 im Auftrag der Wochenzeitung
Die ZEIT. Grußworte hielten Ministerialdirektor Josef Erhard
vom Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus
und der Oberbürgermeister von Dillingen, Hans-Jürgen Weigl.
Ziel
der Jahrestagung war es, den Kontinent Afrika stärker in
die tägliche Schulpraxis und das öffentliche Bewusstsein
zu rücken. In ihrer Grußbotschaft zur Tagung würdigte Heidemarie
Wieczorek-Zeul, Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit
und Entwicklung, dass die Tagung ein differenziertes Bild
von Afrika zeichne: "Gewiss gibt es nach wie vor viele Gebiete
in Afrika, die Anlass zu großer Sorge geben. Aber es gibt
auch positive Nachrichten aus Afrika, die leider viel zu
selten in Medien und Öffentlichkeit reflektiert werden."
Zu den Schwerpunkten der UNESCO-Projektschulen gehört entwicklungspolitische
Bildungsarbeit. Diese ebnet - so Ministerin Wieczorek-Zeul
- "den Weg für internationale Verständigung und Kooperation.
Die UNESCO-Projektschulen leisten hierzu einen vorbildlichen
Beitrag."
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Die Jahrestagungen
der UNESCO-Projektschulen bieten ein Forum, auf dem Lehrkräfte,
Schülerinnen und Schüler sich über neue Perspektiven und Schwerpunkte
verständigen. Die diesjährige Tagung stand ganz im Zeichen einer
differenzierten Auseinandersetzung mit politischen, ökologischen,
ökonomischen, sozialen und kulturellen Aspekten des umfassenden
Themas Afrika. Der Schwerpunkt lag dabei auf der Problematik nachhaltiger
Entwicklung. Somit hat die Jahrestagung auch einen Beitrag zur
UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" (2005-2014) geleistet.
Den Impulsvortrag
zur Tagung hielt Prinz Kum'a Ndumbe III., Universitätsprofessor
aus Douala, Kamerun. Anschließend diskutierten die Teilnehmer
in den Arbeitsgruppen mit Experten aus Deutschland und Afrika
und entwickelten mit ihnen Unterrichtskonzepte, die von den UNESCO-Projektschulen
als Multiplikatoren in ganz Deutschland verbreitet und auch Lehrkräften
anderer Schulen zur Verfügung gestellt werden.
Die Arbeitsgruppen
der Jahrestagung waren folgenden Themen gewidmet:
- Weißsein
und Schwarzsein in Deutschland
- Good Governance,
Entwicklung einer Zivilgesellschaft und die Rolle von Oppositionsparteien
am Beispiel von Benin, Kamerun und der Demokratischen Republik
Kongo
- Chancen
und Probleme wirtschaftlicher Entwicklung in Afrika
- Bildung
für alle - Zur Umsetzung der Millenniums-Entwicklungsziele in
ausgewählten Ländern Afrikas
- Schutz
und nachhaltige Nutzung der Biodiversität in Afrika am Beispiel
des Wildkaffees im äthiopischen Bergregenwald
- Sozialer
Wandel in Afrika - Zur Situation von Frauen, Kindern und Jugendlichen
in Ghana, Benin und Namibia
- AIDS in
Afrika - Aspekte der Problematik und aktuelle Perspektiven
- Ethnisierte
Konflikte: Vom Säen und Überwinden extremer Gewalt
- Kulturelles
Erbe und sein Weiterleben in Afrika
- Masken,
Figuren und Fetische Afrikas
- Vielfalt
der Musik Afrikas
- Irgendwo
in Afrika - Was heißt hier helfen?
Die Deutsche
UNESCO-Kommission hat die Jahrestagung in Kooperation mit der
Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung Dillingen organisiert.
Das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus, das
Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland und der Bundesverband
der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft haben die Tagung unterstützt.
Weitere Kooperationspartner waren: AfricAvenir International,
AfroPort, AIDS-Seelsorge der Diözese Augsburg, Amnesty International,
Behandlungszentrum für Folteropfer Ulm, Bonn International Center
for Conversion, Brot für die Welt, Bundeswehr, Eine Welt Netzwerk/Oikocredit,
Eurocopter Donauwörth, GTZ, Institute for Security Studies in
Pretoria, InWEnt, Jane Goodall Institute, Kathrein Nördlingen,
Kinder zeigen Flagge, Die Kiste - Augsburger Puppentheatermuseum,
Link Community Development, Menschen für Menschen, Marianhiller
Missionare Reimlingen, Namibische UNESCO-Kommission, Plan International/Plan
Deutschland, Religionspädagogisches Zentrum der Evang.-Luth. Kirche
in Bayern, Schulaktion "Gemeinsam für Afrika", Sonnenenergie für
Westafrika, Staatliches Museum Ägyptischer Kunst München, Terre
des femmes, UNESCO Stiftung "Bildung für Kinder in Not", URKNALL-Akademie,
Werkstatt Solidarische Welt, Zentrum für Entwicklungsforschung
Bonn.
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Die
Jahrestagung wird auf der Homepage der UNESCO-Projektschulen
dokumentiert
www.ups-schulen.de
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In Deutschland
gibt es rund 180 UNESCO-Projektschulen aus allen Schularten und
Schulstufen. Weltweit sind rund 7.800 Schulen in über 170 Ländern
Mitglieder im Schulnetzwerk der UNESCO. Sie orientieren sich am
Leitsatz der internationalen Verständigung und des interkulturellen
Lernens. Auf dem Stundenplan stehen Menschenrechte, Armutsbekämpfung,
Toleranz sowie Bildung für nachhaltige Entwicklung.
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