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Online-Magazin der Deutschen UNESCO-Kommission
Ausgabe 9-10, September/Oktober 2006
     
 

Afrika - der vergessene Kontinent?

41. Jahrestagung der UNESCO-Projektschulen


Foto © UNESCO / Dominique Roger

Unter dem Titel "Afrika - der vergessene Kontinent?" fand vom 24. bis 27. September 2006 in Dillingen a.d. Donau die 41. Jahrestagung des deutschen UNESCO-Schulnetzwerkes statt. Lehrkräfte und Schüler der 180 deutschen UNESCO-Projektschulen und Vertreter der Kultusministerien haben sich aus schulischer Perspektive mit dem aktuellen Thema Afrika auseinandergesetzt.

Der Schriftsteller Hans Christoph Buch ("Kain und Abel in Afrika") hielt den Festvortrag "Kollateralschaden Kongo - Versuch, eine afrikanische Tragödie zu erklären". Mehrfach hat Buch Afrika bereist, unter anderem 2005 im Auftrag der Wochenzeitung Die ZEIT. Grußworte hielten Ministerialdirektor Josef Erhard vom Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus und der Oberbürgermeister von Dillingen, Hans-Jürgen Weigl.

Ziel der Jahrestagung war es, den Kontinent Afrika stärker in die tägliche Schulpraxis und das öffentliche Bewusstsein zu rücken. In ihrer Grußbotschaft zur Tagung würdigte Heidemarie Wieczorek-Zeul, Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, dass die Tagung ein differenziertes Bild von Afrika zeichne: "Gewiss gibt es nach wie vor viele Gebiete in Afrika, die Anlass zu großer Sorge geben. Aber es gibt auch positive Nachrichten aus Afrika, die leider viel zu selten in Medien und Öffentlichkeit reflektiert werden." Zu den Schwerpunkten der UNESCO-Projektschulen gehört entwicklungspolitische Bildungsarbeit. Diese ebnet - so Ministerin Wieczorek-Zeul - "den Weg für internationale Verständigung und Kooperation. Die UNESCO-Projektschulen leisten hierzu einen vorbildlichen Beitrag."

Die Jahrestagungen der UNESCO-Projektschulen bieten ein Forum, auf dem Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler sich über neue Perspektiven und Schwerpunkte verständigen. Die diesjährige Tagung stand ganz im Zeichen einer differenzierten Auseinandersetzung mit politischen, ökologischen, ökonomischen, sozialen und kulturellen Aspekten des umfassenden Themas Afrika. Der Schwerpunkt lag dabei auf der Problematik nachhaltiger Entwicklung. Somit hat die Jahrestagung auch einen Beitrag zur UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" (2005-2014) geleistet.

Den Impulsvortrag zur Tagung hielt Prinz Kum'a Ndumbe III., Universitätsprofessor aus Douala, Kamerun. Anschließend diskutierten die Teilnehmer in den Arbeitsgruppen mit Experten aus Deutschland und Afrika und entwickelten mit ihnen Unterrichtskonzepte, die von den UNESCO-Projektschulen als Multiplikatoren in ganz Deutschland verbreitet und auch Lehrkräften anderer Schulen zur Verfügung gestellt werden.

Die Arbeitsgruppen der Jahrestagung waren folgenden Themen gewidmet:

  • Weißsein und Schwarzsein in Deutschland
  • Good Governance, Entwicklung einer Zivilgesellschaft und die Rolle von Oppositionsparteien am Beispiel von Benin, Kamerun und der Demokratischen Republik Kongo
  • Chancen und Probleme wirtschaftlicher Entwicklung in Afrika
  • Bildung für alle - Zur Umsetzung der Millenniums-Entwicklungsziele in ausgewählten Ländern Afrikas
  • Schutz und nachhaltige Nutzung der Biodiversität in Afrika am Beispiel des Wildkaffees im äthiopischen Bergregenwald
  • Sozialer Wandel in Afrika - Zur Situation von Frauen, Kindern und Jugendlichen in Ghana, Benin und Namibia
  • AIDS in Afrika - Aspekte der Problematik und aktuelle Perspektiven
  • Ethnisierte Konflikte: Vom Säen und Überwinden extremer Gewalt
  • Kulturelles Erbe und sein Weiterleben in Afrika
  • Masken, Figuren und Fetische Afrikas
  • Vielfalt der Musik Afrikas
  • Irgendwo in Afrika - Was heißt hier helfen?

Die Deutsche UNESCO-Kommission hat die Jahrestagung in Kooperation mit der Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung Dillingen organisiert. Das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus, das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland und der Bundesverband der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft haben die Tagung unterstützt. Weitere Kooperationspartner waren: AfricAvenir International, AfroPort, AIDS-Seelsorge der Diözese Augsburg, Amnesty International, Behandlungszentrum für Folteropfer Ulm, Bonn International Center for Conversion, Brot für die Welt, Bundeswehr, Eine Welt Netzwerk/Oikocredit, Eurocopter Donauwörth, GTZ, Institute for Security Studies in Pretoria, InWEnt, Jane Goodall Institute, Kathrein Nördlingen, Kinder zeigen Flagge, Die Kiste - Augsburger Puppentheatermuseum, Link Community Development, Menschen für Menschen, Marianhiller Missionare Reimlingen, Namibische UNESCO-Kommission, Plan International/Plan Deutschland, Religionspädagogisches Zentrum der Evang.-Luth. Kirche in Bayern, Schulaktion "Gemeinsam für Afrika", Sonnenenergie für Westafrika, Staatliches Museum Ägyptischer Kunst München, Terre des femmes, UNESCO Stiftung "Bildung für Kinder in Not", URKNALL-Akademie, Werkstatt Solidarische Welt, Zentrum für Entwicklungsforschung Bonn.

Die Jahrestagung wird auf der Homepage der UNESCO-Projektschulen dokumentiert
www.ups-schulen.de

In Deutschland gibt es rund 180 UNESCO-Projektschulen aus allen Schularten und Schulstufen. Weltweit sind rund 7.800 Schulen in über 170 Ländern Mitglieder im Schulnetzwerk der UNESCO. Sie orientieren sich am Leitsatz der internationalen Verständigung und des interkulturellen Lernens. Auf dem Stundenplan stehen Menschenrechte, Armutsbekämpfung, Toleranz sowie Bildung für nachhaltige Entwicklung.
    
     

 

 

unesco heute online   Redaktion: Dieter Offenhäußer / Kurt Schlünkes
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