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Internationale
Woche gegen Rassismus 2007
IRMEL MEIER
/ SUSANNE SCHULTZ
Gemeinsam
mit seinen mehr als 35 Kooperationspartnern organisiert der Interkulturelle
Rat in Deutschland die Aktionswoche gegen Rassismus, die europaweit
vom 17. bis 25. März 2007 stattfindet. Veranstaltungen und Aktionen
sollen deutlich machen, dass in unserem Land kein Platz für Rassismus
ist. Die Deutsche UNESCO-Kommission unterstützt den Interkulturellen
Rat bei der Durchführung der Aktionswoche. Die UNESCO-Projektschulen
beteiligen sich mit großem Engagement an der Internationalen Woche
gegen Rassismus.
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Artikel
1: Alle Menschen sind frei und gleich an Würde geboren.
Sie sind mit Vernunft und Wissen begabt und sollen einander
im Geiste der Brüderlichkeit begegnen.
Artikel
2: Jeder hat Anspruch auf alle in dieser Erklärung verkündeten
Rechte und Freiheiten, ohne irgendeinen Unterschied etwa
nach Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer
oder sonstiger Anschauung, nationaler oder sonstiger Herkunft,
Vermögen, Geburt oder sonstigem Stand.
Artikel
1 und 2 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte
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Sommer 2006:
Gemeinsam mit Millionen Fußballfans aus aller Welt feiert Deutschland
ein großartiges und stimmungsvolles Fest. Trotz vieler Sicherheitsbedenken
und Sorgen im Vorfeld wird die Fußballweltmeisterschaft zu einem
international viel beachteten Zeichen für die verbindende Kraft
des Sportes und die Möglichkeit des friedlichen Zusammenlebens
der Menschen und ihrer Kulturen, Traditionen und Religionen.
September
2006: Beim Pokalsieg des Fußball- Bundesligisten FC Schalke 04
bei der 2. Mannschaft des FC Hansa Rostock wird der Nationalspieler
Gerald Asamoah von Rostocker "Fußballfans" mit rassistischen Sprechchören
überzogen und beleidigt. Eine Woche später beleidigen Anhänger
von Alemannia Aachen Mönchengladbachs brasilianischen Stürmer
Kahe mit fremdenfeindlichen Sprüchen, im Gegenzug titulieren Anhänger
des Gastvereins den Aachener Verteidiger Moses Sichone als Asylanten.
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Fremdenfeindlichkeit
und Rassismus in Deutschland nehmen weiter zu
Über
das fröhliche Fest, das die Welt dieses Jahr in Deutschland
gefeiert hat, darf nicht aus dem Blick geraten: Fremdenfeindlichkeit
und Rassismus in Deutschland nehmen weiter zu. Nach aktuellen
Untersuchungen des Instituts für interdisziplinäre Konflikt-
und Gewaltforschung (IKG) der Universität Bielefeld sind
etwa zwei Drittel aller Deutschen der Auffassung, dass es
hierzulande zu viele Ausländer gibt. Mehr als ein Drittel
findet, man sollte in Deutschland lebende Ausländer wieder
"zurückschicken", wenn die Arbeitsplätze knapp werden. Die
Zahl derer, die solche Auffassungen vertreten, steigt seit
Jahren kontinuierlich an. Fremdenfeindlichkeit und Rassismus
sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen.
Dieses
gesellschaftliche Klima hat Folgen: Von 2004 auf 2005 stieg
die Zahl politisch rechts motivierter Straftaten um über
25 Prozent von 12.553 auf 15.914 registrierte Vorfälle.
Laut Bundesinnenministerium wurden im Jahre 2005 insgesamt
2.493 politisch rechts motivierte Straftaten erfasst, die
einen fremdenfeindlichen Hintergrund aufwiesen, sowie 1.682
mit antisemitischem Hintergrund.
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Es gibt viele
Gründe, warum wir etwas gegen diese Entwicklungen tun müssen:
- Die gleiche
Würde aller Menschen ist die zentrale Grundlage menschlichen
Zusammenlebens. Dies ist nicht nur in Artikel 1 unseres Grundgesetzes,
sondern darüber hinaus in internationalen Menschenrechtsabkommen
festgeschrieben, die einzuhalten sich die Bundesrepublik verpflichtet
hat.
- Einwanderung
in die Bundesrepublik gibt es seit über 50 Jahren. Die multikulturelle
Gesellschaft ist inzwischen eine Realität. Wir alle müssen sie
gleichberechtigt gestalten. Im Einwanderungsland Deutschland
gibt es nur eine gemeinsame Zukunft für alle.
- Eine weltoffene
und tolerante Gesellschaft ist im Zeitalter der Globalisierung
ein gewichtiger Standortvorteil. Ein Land, das im globalen Wettbewerb
steht, kann Fremdenfeindlichkeit und Rassismus nicht dulden.
Es ist darauf angewiesen, für Menschen mit besonderen Fähigkeiten
aus aller Welt attraktiv zu sein.
- Bei der
Wahl seiner Zielgruppen ist Rassismus flexibel: Religion, Herkunft,
Weltanschauung, Sexualität oder Behinderung ... und morgen?
Niemand kann dauerhaft davor sicher sein, Opfer von Ausgrenzung
zu werden! Rassismus kann jeden treffen!
Ein deutliches
Zeichen gegen Menschenfeindlichkeit setzen
Seit vielen
Jahren bietet die von den Vereinten Nationen initiierte "Internationale
Woche gegen Rassismus" eine besonders gute Gelegenheit, das vielfältige
Engagement gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus öffentlichkeitswirksam
sichtbar zu machen und damit ein deutliches Zeichen gegen Menschenfeindlichkeit
zu setzen. In den vergangenen Jahren fanden deutschlandweit während
der Aktionswoche jeweils mehrere hundert Veranstaltungen statt,
über die in den Medien breit berichtet wurde. Gemeinsam mit seinen
mehr als 35 Kooperationspartnern organisiert der Interkulturelle
Rat in Deutschland die Aktionswoche, die im Jahr 2007 europaweit
vom 17. bis 25. März stattfinden wird. Wir rufen dazu auf, in
dieser Zeit Veranstaltungen und Aktionen durchzuführen, die sich
für Offenheit und Toleranz einsetzen und damit deutlich zu machen,
dass in unserem Land kein Platz für Rassismus ist.
Die Deutsche
UNESCO-Kommission unterstützt den Interkulturellen Rat seit 2005
bei der Durchführung der Aktionswoche. Eine besondere Rolle nehmen
die etwa 180 UNESCO-Projektschulen in Deutschland ein, sie leben
internationale Verständigung, Nachhaltigkeit und interkulturelles
Lernen beispielhaft vor. Einige von ihnen beteiligen sich schon
seit Jahren mit großem Engagement an der Internationalen Woche
gegen Rassismus - durch Projekttage oder Projektwochen, öffentliche
Aufführungen von Theaterstücken und Lesungen, Exkursionen zu Gedenkstätten
oder Veranstaltungen mit Gastreferenten. Der Interkulturelle Rat
hofft, dass im nächsten Jahr noch mehr UNESCO-Projektschulen dem
von ihm geschmiedeten Bündnis beitreten und ihren ganzjährigen
Einsatz für ein friedliches Zusammenleben der Kulturen durch Aktivitäten
während der Aktionswoche im März 2007 ins Licht der Öffentlichkeit
rücken.
Der Interkulturelle
Rat in Deutschland wird zur Internationalen Woche gegen Rassismus
2007 ein Informationsfaltblatt, ein Aktionsplakat und ein Materialheft
erarbeiten. Diese Materialien können ab November 2006 unter folgender
Adresse angefordert werden:
Interkultureller
Rat
Irmel Meier und Susanne Schultz
Goebelstr. 21
64293 Darmstadt
Telefon: 06151-339971
Fax: 06151-3919740
im@interkultureller-rat.de
www.interkultureller-rat.de
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