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unesco heute online
Online-Magazin der Deutschen UNESCO-Kommission
Ausgabe 9, September 2004
     
 

Denkmalschutz und Tourismus im Einklang

Vierte Bundesweite Konferenz der deutschen UNESCO-Welterbestätten

"Denkmalschutz und Tourismus im Einklang!" - so lautete das Thema der gemeinsamen Jahrestagung der Deutschen UNESCO-Kommission und des Vereins UNESCO-Welterbestätten Deutschland e.V. vom 18. bis 20. August 2004 in Brühl. Alle 30 deutschen UNESCO-Welterbestätten haben sich an der Konferenz beteiligt.

Eröffnet wurde sie vom nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten und Schirmherr der Konferenz Peer Steinbrück. Hauptredner war Prof. Dr. Hermann Schäfer, Vizepräsident der Deutschen UNESCO-Kommission (DUK) und Präsident der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Er referierte zum Thema "Wie das Erbe unserer Geschichte weiterlebt".

Schäfer erinnerte an die Verfassung der UNESCO aus dem Jahr 1945, die zum ersten Mal die Idee eines grenzüberschreitenden, weltweiten Denkmalschutzes ausgesprochen habe: "Der Schutz des Erbes der Welt an Büchern, Kunstwerken und Denkmälern der Geschichte und Wissenschaft gehört zu den in der Verfassung der UNESCO festgeschriebenen Aufgaben. Begründet wird dies damit, dass es eines der Ziele der UNESCO sei, Wissen zu vermehren und zu vermitteln, dass dazu auch Wissen über Geschichte und Kultur gehöre und dass man die Denkmäler als eine der Quellen dieses Wissens schützen müsse. Das heißt nicht mehr und nicht weniger: Kulturgüter sollen nicht um ihrer selbst willen erhalten bleiben, sondern wegen ihres Zeugniswertes. Hierbei steht der Mensch im Mittelpunkt."

Rund 130 Experten aus dem In- und Ausland diskutieren auf der Konferenz darüber, welche Erwartungen die Denkmalschützer an den Tourismus haben, wie der Tourismus gemeinsam denkmalverträglich gesteuert werden kann, und welche konkreten Schritte nötig sind, um den Einklang zwischen Denkmalschutz und Tourismus herbeizuführen. Veranschaulicht wurde dies anhand von Beispielen eines funktionierenden Miteinanders von Denkmalschutz und Tourismus aus Bern, Wien und den deutschen Welterbestätten Maulbronn und Köln.

Das Problem der touristischen Übernutzung, Managementaufgaben, kulturelle Weiterbildung und die internationale Ausrichtung der Welterbestätten waren Themen von Arbeitskreisen. Horst Wadehn, Vorsitzender des UNESCO-Welterbestätten Deutschlands e.V., bewertete die Ergebnisse der Tagung als richtungweisend. Sie habe eine Fülle konstruktiver Beiträge für die Zusammenarbeit des Denkmalschutzes und des Tourismus erbracht. Wadehn: "Lange Zeit galt der Tourismus als 'natürlicher Feind' des Denkmalschutzes. Das soll sich künftig ändern, indem stärker zwischen den Bereichen kommuniziert wird."

DUK-Vizepräsident Schäfer unterstrich, dass die Welterbeliste der UNESCO kein "historischer Schönheitswettbewerb" sei, in dem es darum ginge, in jedem Land die attraktivsten Denkmale zu finden, damit man sie anschließend besser vermarkten kann. Die Auszeichnung 'Welterbe' sei vielmehr eine internationale Verpflichtung, "nämlich durch Mobilisierung der Kräfte in den Staaten selbst und durch die Organisation internationaler Zusammenarbeit den Schutz der Denkmale zu sichern und wirksame Maßnahmen zu ihrer Erhaltung in die Wege zu leiten. Die Aufstellung der Liste ist dabei nur der erste Schritt."

Der Vortrag von Prof. Dr. Hermann Schäfer auf der Konferenz der deutschen UNESCO-Welterbestätten am 18. August 2004 in Brühl ist veröffentlicht im "Forum" auf der Homepage der Deutschen UNESCO-Kommission
Wie das Erbe unserer Geschichte weiterlebt

 

 

 

unesco heute online   Redaktion: Dieter Offenhäußer / Kurt Schlünkes
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