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Denkmalschutz
und Tourismus im Einklang
Vierte
Bundesweite Konferenz der deutschen UNESCO-Welterbestätten
"Denkmalschutz und Tourismus im Einklang!" - so lautete das
Thema der gemeinsamen Jahrestagung der Deutschen UNESCO-Kommission
und des Vereins UNESCO-Welterbestätten Deutschland e.V. vom 18.
bis 20. August 2004 in Brühl. Alle 30 deutschen UNESCO-Welterbestätten
haben sich an der Konferenz beteiligt.
Eröffnet
wurde sie vom nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten und
Schirmherr der Konferenz Peer Steinbrück. Hauptredner war Prof.
Dr. Hermann Schäfer, Vizepräsident der Deutschen UNESCO-Kommission
(DUK) und Präsident der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik
Deutschland. Er referierte zum Thema "Wie das Erbe unserer Geschichte
weiterlebt".
Schäfer
erinnerte an die Verfassung der UNESCO aus dem Jahr 1945, die
zum ersten Mal die Idee eines grenzüberschreitenden, weltweiten
Denkmalschutzes ausgesprochen habe: "Der Schutz des Erbes der
Welt an Büchern, Kunstwerken und Denkmälern der Geschichte und
Wissenschaft gehört zu den in der Verfassung der UNESCO festgeschriebenen
Aufgaben. Begründet wird dies damit, dass es eines der Ziele der
UNESCO sei, Wissen zu vermehren und zu vermitteln, dass dazu auch
Wissen über Geschichte und Kultur gehöre und dass man die Denkmäler
als eine der Quellen dieses Wissens schützen müsse. Das heißt
nicht mehr und nicht weniger: Kulturgüter sollen nicht um ihrer
selbst willen erhalten bleiben, sondern wegen ihres Zeugniswertes.
Hierbei steht der Mensch im Mittelpunkt."
Rund
130 Experten aus dem In- und Ausland diskutieren auf der Konferenz
darüber, welche Erwartungen die Denkmalschützer an den Tourismus
haben, wie der Tourismus gemeinsam denkmalverträglich gesteuert
werden kann, und welche konkreten Schritte nötig sind, um den
Einklang zwischen Denkmalschutz und Tourismus herbeizuführen.
Veranschaulicht wurde dies anhand von Beispielen eines funktionierenden
Miteinanders von Denkmalschutz und Tourismus aus Bern, Wien und
den deutschen Welterbestätten Maulbronn und Köln.
Das
Problem der touristischen Übernutzung, Managementaufgaben, kulturelle
Weiterbildung und die internationale Ausrichtung der Welterbestätten
waren Themen von Arbeitskreisen. Horst Wadehn, Vorsitzender des
UNESCO-Welterbestätten Deutschlands e.V., bewertete die Ergebnisse
der Tagung als richtungweisend. Sie habe eine Fülle konstruktiver
Beiträge für die Zusammenarbeit des Denkmalschutzes und des Tourismus
erbracht. Wadehn: "Lange Zeit galt der Tourismus als 'natürlicher
Feind' des Denkmalschutzes. Das soll sich künftig ändern, indem
stärker zwischen den Bereichen kommuniziert wird."
DUK-Vizepräsident
Schäfer unterstrich, dass die Welterbeliste der UNESCO kein "historischer
Schönheitswettbewerb" sei, in dem es darum ginge, in jedem Land
die attraktivsten Denkmale zu finden, damit man sie anschließend
besser vermarkten kann. Die Auszeichnung 'Welterbe' sei vielmehr
eine internationale Verpflichtung, "nämlich durch Mobilisierung
der Kräfte in den Staaten selbst und durch die Organisation internationaler
Zusammenarbeit den Schutz der Denkmale zu sichern und wirksame
Maßnahmen zu ihrer Erhaltung in die Wege zu leiten. Die Aufstellung
der Liste ist dabei nur der erste Schritt."
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Der
Vortrag von Prof. Dr. Hermann Schäfer auf der Konferenz
der deutschen UNESCO-Welterbestätten am 18. August
2004 in Brühl ist veröffentlicht im "Forum" auf der Homepage
der Deutschen UNESCO-Kommission
Wie
das Erbe unserer Geschichte weiterlebt
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