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"Euro-arabische
Nachbarschaft - Schüler bauen Brücken"
Deutsche UNESCO-Kommission fördert Schülerzeitungsnetzwerk
in arabischen Staaten und Europa - Präsentation des Projektes
auf der Frankfurter Buchmesse
Anlässlich
des diesjährigen Buchmessenschwerpunktes "Ehrengast arabische
Welt" stellen Schüler aus Jordanien, dem Libanon, Tunesien und
Deutschland am 9. Oktober 2004 die ersten Ergebnisse eines gemeinsamen
Schülerzeitungsprojektes auf der Frankfurter Buchmesse vor. Initiiert
wurde das Projekt "Euro-arabische Nachbarschaft: Schüler
bauen Brücken" von der Deutschen UNESCO-Kommission. Ziel
ist es, ein Schülerzeitungsnetzwerk für Schulen in arabischen
Staaten und Europa aufzubauen. Finanziell unterstützt wird das
Projekt vom Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland und
der Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft,
Kultur und Kommunikation (UNESCO).
Die
Deutsche UNESCO-Kommission hat im Rahmen des Programms "Dialog
mit der islamischen Welt" des Auswärtigen Amtes das Projekt "Euro-arabische
Nachbarschaft: Schüler bauen Brücken" ins Leben gerufen. Es steht
im Kontext der euro-arabischen Strategie "Zusammenleben Lernen",
die die UNESCO-Nationalkommissionen der Region Europa und der
arabischen Welt gemeinsam entwickelt haben. Durch ein Netzwerk
von euro-arabischen Schulpartnerschaften soll der interkulturelle
Austausch zwischen Jugendlichen aus arabischen und europäischen
Ländern belebt werden.
Den
Auftakt des Projektes bildete ein von der Deutschen UNESCO-Kommission
organisierter Workshop für pädagogische Betreuer von Schülerzeitungen,
der vom 17. bis 20. Dezember 2003 in Königswinter stattfand.
Seither sind eine Reihe von Schulpartnerschaften entstanden. Über
die ersten Ergebnisse und Erfahrungen der gemeinsamen Arbeit am
Schülerzeitungsprojekt und über ihre weiteren Ziele und Erwartungen
berichten deutsche, jordanische, libanesische und tunesische Schüler
und Lehrer im Rahmen des SPIEGEL-Bildungsforums am 9. Oktober
2004 auf der Frankfurter Buchmesse (SPIEGEL-Bildungsforum, Halle
3.1, Stand D 127, Beginn: 17.15 Uhr. Moderation: Per Hinrichs,
SPIEGEL-Redakteur).
Die
Ziele
Der
Dialog mit der arabischen Welt ist Voraussetzung für ein friedliches
multikulturelles und multireligiöses Zusammenleben. Um Verständnis
füreinander zu schaffen, ist der Austausch besonders zwischen
jungen Menschen der europäischen und arabischen Welt wichtig.
Schülerzeitungen bieten ein geeignetes Medium für diesen Austausch.
Auf
dem Workshop der Deutschen UNESCO-Kommission im Dezember 2003
haben Bildungsexperten und Journalisten aus Ägypten, Dänemark,
Deutschland, Jordanien, dem Libanon, Libyen, Palästina, Qatar,
dem Sudan, Syrien, Tunesien und der Ukraine die Ziele und Rahmenbedingungen
für dieses Netzwerk festgelegt:
- Ziel des
Projektes "Euro-arabische Nachbarschaft: Schüler bauen Brücken"
ist es, über das Medium Schülerzeitungen den interkulturellen
Dialog unter Jugendlichen zu fördern.
- Das Projekt
fördert den bewussten Umgang mit Informationen und das journalistische
Schreiben.
- Mitmachen
können Schulen aus allen europäischen und arabischen Ländern
- alle Schulformen und Altersklassen -, die an journalistischer
Zusammenarbeit interessiert sind.
Das
Projekt der Deutsche UNESCO-Kommission trägt dabei den im Delors-Report
(Lernfähigkeit: Unser verborgener Reichtum - UNESCO-Bericht
zur Bildung für das 21. Jahrhundert) formulierten Zielen einer
pluralistischen Bildung Rechnung. Darin heißt es: "Für das Lernen,
zusammenzuleben ist es unerlässlich, Verständnis für andere zu
entwickeln und gegenseitige, globale Abhängigkeiten zu erfassen,
zum Beispiel durch gemeinsame Projekte und Konfliktbewältigungsstrategien.
Dabei sind so grundlegende Werte wie Pluralismus, wechselseitiges
Verständnis und Frieden zu respektieren." - Zu den Zielen des
Projektes gehören also auch der Abbau von Vorurteilen und die
Förderung von gegenseitigem Respekt und Toleranz, ebenso wie die
Förderung von Fremdsprachen und der Einsatz neuer Medien.
Schüler
bauen Brücken: Umsetzung
An
dem Schülerzeitungsnetzwerk "Euro-arabische Nachbarschaft: Schüler
bauen Brücken" können sich alle interessierten UNESCO-Projektschulen
und andere Schulen beteiligen.
- Die Zusammenarbeit
der Schülerredaktionen kann in Form von gemeinsamen Online-Magazinen
oder Printmedien gestaltet werden. Die Schülerinnen und Schüler
sollen an gemeinsamen Themen schreiben, praktische Erfahrungen
und Wissen austauschen und Ideen für eine lebendige Kommunikation
zwischen den verschiedenen Partnerschulen entwickeln.
- Angestrebt
wird eine konkrete und feste Partnerschaft zwischen den beteiligten
Schulen aus arabischen und europäischen Ländern.
- Über welches
Thema die Schülerinnen und Schüler ihre Meinungen und Ideen
austauschen, ist ihnen frei gestellt. Sie sollen ihre gemeinsamen
Themen selbst wählen, gemeinsam recherchieren, diskutieren und
Artikel erstellen.
- Jede Schülerredaktion
wird von einer Lehrkraft betreut, die als Coach und Moderator
das Team unterstützt.
Das
Schülerzeitungsnetzwerk soll in kurzer Zeit tragfähig sein, damit
es weitestgehend selbständig operieren kann. Die ersten Projektergebnisse
und die Resonanz der Schulen zeigen, dass dieses Netzwerk ein
großes Potenzial für die euro-arabische Zusammenarbeit von Jugendlichen
birgt. Die Deutsche UNESCO-Kommission ist in diesem Prozess Mittler
und Ideengeber: Sie bringt interessierte Schulen und Partner zusammen,
gibt den Schulen Starthilfe bei der Projektarbeit und koordiniert
die Zusammenarbeit der Schulen.
Zwischen
Mai und Juli 2004 haben die ersten drei gemeinsamen Zeitungsprojekte
begonnen: Projektpartner sind das Gymnasium Wilhelm-Raabe-Schule
aus Lüneburg und die libanesischen Schulen "International College"
und "Institut Moderne de Liban-Fanar", die Christophorusschule
- Rheinische Schule für Körperbehinderte und Hauptschule - aus
Bonn und die tunesische Körperbehindertenschule UTAIM Centre El
May, das Städtische Hansa-Gymnasium Köln und die jordanische Nayfeh
Secondary School. Die Wilhelm-Raabe Schule und ihre beiden Partnerschulen
aus dem Libanon haben zum Start ihrer gemeinsamen Zeitung einen
Schüleraustausch organisiert.
Kontakte
zu interessierten Schulen, UNESCO-Nationalkommissionen und Bildungsministerien
aus arabischen Ländern sind entstanden, um Schulen miteinander
zu vernetzen. In Planung sind Schulpartnerschaften von Schulen
aus Norwegen und Deutschland mit Schulen aus Jordanien und Ägypten.
Weitere Schulen, unter anderem aus dem Jemen, Kuwait, Libyen,
Qatar und Syrien haben ihr Interesse an dem Projekt bekundet.
Die
Deutsche UNESCO-Kommission hat zusammen mit der Deutschen Welle
ein Konzept für eine offene Kommunikationsplattform der Schulen
im Internet entwickelt. Die Internet-Plattform startet Ende 2004.
Finanziell
gefördert wird das Projekt von dem Auswärtigen Amt und
der UNESCO.
Als
Kooperationspartner konnte auch die Deutsche Lufthansa AG gewonnen
werden. "Auch die Lufthansa baut Brücken zwischen Menschen und
Kulturen", so deren Pressesprecher für den Nahen und Mittleren
Osten, Thomas Preinl. "Deshalb möchten wir diesen Dialog, der
Verständnis schafft, ausdrücklich unterstützen."
Das
Projekt wird außerdem unterstützt von ixplain Business GmbH, kommweit
- kommunikation und weiterbildung und IT-Beratung Daniel Piskoric.
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