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UNESCO-Weltkonferenz
über kulturelle Bildung
CHRISTINE
M. MERKEL
Die UNESCO
hat gemeinsam mit der portugiesischen Regierung zu einer fachpolitischen
Weltkonferenz über kulturelle Bildung vom 6. bis 9. März 2006
nach Lissabon eingeladen. Sie war seit 2003 mit mehreren Regionalkonferenzen
in allen fünf UN-Regionen und einer Fachkonferenz in Melbourne,
Australien, gründlich vorbereitet worden.
1000 Teilnehmer
aus 100 Ländern, vor allem Fachleute aus den kreativen Feldern
der kulturellen Bildung und aus der Wissenschaft, leisteten dieser
Einladung begeistert Folge und präsentierten eine wahre internationale
Leistungsschau aus diesem wichtigen Bildungsbereich. Ausführliche
Informationen dazu gibt es auf dem Arts Education Portal der
UNESCO unter
www.unesco.org/culture/lea.
Dort wird voraussichtlich Anfang Mai auch der Text der "Road Map"
zu finden sein, in dem die Konferenzergebnisse als politische
Empfehlungen festgehalten sind.
Genau zur
Konferenz erschien das wichtige Buch "Faktor STAUNEN" der australischen
Wissenschaftlerin Anne Bamford, die im Auftrag der UNESCO eine
erste systematische und vergleichende Sichtung des Standes kultureller
Bildung weltweit erstellt hat. Das Buch analysiert Daten und Fallstudien
aus 60 Ländern und legt einen besonderen Akzent auf den Unterschied
zwischen Kunsterziehung im engeren Sinne und Bildung durch kulturelles
Lernen im weiteren Sinne. Einzelne Fallstudien sind auf dem
Arts
Education Portal der UNESCO online verfügbar. Das Buch ist
eine wichtige Informationsquelle für politische Entscheidungsträger,
Bildungsfachleute und Künstler.
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Anne
Bamford: The Wow Factor
Global research compendium on the impact of arts
in education.
München: Waxmann Verlag, 2006.
ISBN 3-8309-1617-5
Bestellungen
über den Buchhandel, direkt per E-Mail über order@waxmann.com
oder über die Homepage http://www.waxmann.com
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Deutschland
war mit zwei Regierungsvertretern und einer neunköpfigen Expertendelegation
sowie weiteren Fachleuten aus Medien und Kulturmanagement mit
zahlreichen Beiträgen auf der Konferenz vertreten.
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Die
Delegationsmitglieder Joachim Reiss, Ernst Wagner und Wolfgang
Schlump - Arts Education macht sichtlich Freude!
Foto:
Joachim Reiss
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Diese Ausgabe
von unesco heute online
bietet mit zwei Texten von deutschen Teilnehmern einen ersten
Einblick in die spannende Thematik der Weltkonferenz:
Als deutsche
Regierungsvertreter beteiligten sich Dr. Ernst Wagner vom Bayerischen
Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (für die
Kulturministerkonferenz) und Wolfgang Schlump, M.A. MPA (für das
Bundesministerium Bildung und Forschung, Referat 214). Ihren gemeinsamen
Beitrag "Arts Education between art and education" zum
Konferenz-Roundtable 2, Road Map for Arts Education, finden Sie
hier
(in englischer Sprache).
Unter dem
Titel "Rückenwind für die kulturelle Bildung" nimmt Prof.
Max Fuchs eine erste Bewertung der Konferenzergebnisse vor. Als
Vorsitzender der Bundesvereinigung für Kulturelle Jugendbildung
moderierte Prof. Fuchs den Konferenz-Workshop zu "Arts Education
Policy: Re-designing curriculum and evaluation". Er referierte
dort auch zur umfassenden Konzeption Kulturelle Bildung (2005)
des Deutschen Kulturrates.
Beitrag von Max
Fuchs
Prof. Jobst
Plog (ARD-Vorsitzender/NDR) stellte im Plenum die Arbeit des deutsch-französischen
Kultursenders ‚arte' als einen Beitrag zur Advocacy für kulturelle
Bildung vor.
Wichtige Ergebnisse
von Projekten und Programmen aus Deutschland wurden von Dr. Daniela
Reimann, Universität Flensburg, und Marc Fritzsche, Hessisches
Institut für Lehrerfortbildung, im Workshop "New Media: Interactive
learning with creative new media" vorgestellt. Die UNESCO
wählte diese Beispiele guter Praxis durch einen Internationalen
Call for Paper aus.
Joachim Reiss,
Bundesvorsitzender der Bundesvereinigung für Dramatisches Spiel,
moderierte den Workshop "Wie erreicht man hartleibige Skeptiker"
("Making the impact of Arts Education a more attractive option
for sceptics"), an dem sich Experten und Expertinnen aus
den USA, Kanada, Neuseeland und Österreich beteiligten. Prof.
Hermann Voesgen, Universität Potsdam und Präsident des Europäischen
Netzwerkes für Trainingszentren für Kulturmanagement (ENCATC),
moderierte einen Workshop zur Umsetzung kultureller Bildung.
CHRISTINE
M. MERKEL ist Kulturreferentin der Deutschen UNESCO-Kommission
und war Mitglied der deutschen Expertendelegation bei der Weltkonferenz
über kulturelle Bildung in Lissabon.
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