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unesco heute online
Online-Magazin der Deutschen UNESCO-Kommission
Ausgabe 3, März 2003
     
 

denkmal aktiv - Kulturerbe macht Schule

Bundesweite Schulaktion zum Denkmalschutz unter Schirmherrschaft der Deutschen UNESCO-Kommission

"denkmal aktiv - Kulturerbe macht Schule" heißt das Programm, das die Deutsche Stiftung Denkmalschutz jetzt neu ausgeschrieben hat. Es sieht die Förderung von bundesweit 50 Schulprojekten vor, die sich ab Herbst ein Schuljahr lang historischen Bauten und Stätten widmen. Die Aktion steht unter der Schirmherrschaft der Deutschen UNESCO-Kommission und wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gefördert. Das Deutsche Nationalkomitee für Denkmalschutz und die Deutsche Stiftung Denkmalschutz loben außerdem zehn Sonderpreise aus, um weiteren Schulen die Teilnahme zu ermöglichen. Die Förderung der Projekte vor Ort umfasst die finanzielle und koordinierende Unterstützung für die beteiligten Schulteams. Bewerbungsfrist ist der 25. Mai 2003.

Ziel der bundesweiten Schulaktion ist es, ein Netzwerk von Schulen aufzubauen, die das Thema (Welt-)Kulturerbe in den Unterricht integrieren. Junge Menschen sollen für historische Bauten und Parks, für Stadtarchitektur oder Kulturlandschaften in ihrer Region interessiert werden. Welche Restaurierungsmaßnahmen werden in historischen Bauten vor Ort durchgeführt? Ist eine Kulturlandschaft in der Umgebung durch Umwelteinflüsse gefährdet, und was kann man dagegen tun? Gibt es in der Nähe eine UNESCO-Welterbestätte, und was zeichnet sie aus?

Die Schüler beschäftigen sich mit Geschichte, Baustilkunde und praktischer Denkmalpflege, mit Fragen nach dem Zustand des Objekts, nach Restaurierung und Nutzung, nach Einflüssen von Umwelt und Tourismus. Im Mittelpunkt der Projektarbeit steht die Kooperation mit einem fachlichen Partner vor Ort: dem Vertreter einer Fachbehörde, eines Museums oder eines Architekturbüros. Durch Treffen der beteiligten Schulteams und durch eine Internet-Plattform (www.denkmal-aktiv.de) werden die Aktivitäten vernetzt. Alle Ergebnisse werden dokumentiert und weiteren Schulen als Leitfaden zur Verfügung gestellt.

Am Beispiel der UNESCO-Welterbestätten werden junge Menschen im globalen Zeitalter an die Verantwortung für das gemeinsame historische Erbe herangeführt. Das Projekt macht die Bedeutung der Pflege des kulturellen Erbes als Baustein für Nachhaltigkeit erfahrbar. Unter dem Motto "global denken - lokal handeln" richtet sich der Blick vom UNESCO-Welterbe auf das lokale Erbe in der eigenen Umgebung.

Eine wichtige Hilfe sind die Materialien für den Unterricht, die den Lehrern zur Verfügung gestellt werden. Eine Lose-Blatt-Sammlung mit vielen Arbeitsblättern und Abbildungen gibt Anregungen für einen fächerverbindenden Unterricht. Darüber hinaus kann die neu erschienene UNESCO-Unterrichtsmappe "Welterbe für junge Menschen. Entdecken - Erforschen - Erhalten" für die Projektarbeit genutzt werden.

Die Bewerbungsunterlagen für die nächste Phase von "denkmal aktiv - Kulturerbe macht Schule" im Schuljahr 2003/2004 sind erhältlich bei: Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Stichwort "denkmal aktiv", Koblenzer Straße 75, 53177 Bonn, Telefon: 0228-39063-987, Fax: 0228-39063-43, E-Mail: schule@denkmalschutz.de, Internet: www.denkmal-aktiv.de

Einsendeschluss für die Bewerbung ist der 25. Mai 2003.

Geschichte zum Anfassen: Junge Spurensucher erforschen alte Gemäuer

Wie sah es in unserem Stadtviertel vor 100 Jahren oder früher aus? Welchen Gefahren sind historische Gemäuer ausgesetzt, und wie kann man Schäden beheben? Was ist überhaupt ein "Baudenkmal" und was eine "UNESCO-Welterbestätte"? Solchen und anderen Fragen gehen Schüler nach, wenn sie unter dem Motto "denkmal aktiv - Kulturerbe macht Schule" auf Spurensuche gehen.

 

denkmal aktiv: Ein Schülerteam erforscht die Altstadt von Bamberg als UNESCO-Weltkulturerbe

Foto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Im September 2002 startete die bundesweite Schulaktion. Zum Auftakt lud die Deutsche Stiftung Denkmalschutz rund 50 Vertreter der "denkmal-aktiv-Pilotschulen" zu einem Treffen ein. Es bot die Gelegenheit, geplante Aktivitäten vorzustellen und Fragen zur konkreten Projektarbeit zu diskutieren: Wie lassen sich die Themen an den Lehrplan anbinden, und wie viel Unterrichtszeit muss ich einplanen? Wie kann ich das Projekt in meiner Schule verankern und Kollegen dafür gewinnen? Wie erreiche ich eine gute Zusammenarbeit mit fachlichen Partnern? Die Initiatoren stellten die pädagogischen Materialien vor und gaben Tipps zu Projektmanagement und Konzeption.

"Schon in der Pilotphase von 'denkmal aktiv' ist die Spannbreite der Kulturdenkmäler und Handlungsansätze groß", sagt Hanna Hilger, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit bei der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und Leiterin des Projektes. "Historische Bauten und Stätten werden nicht nur besichtigt, sondern durch Projektarbeit setzen sich die Schüler aktiv mit einem Kulturdenkmal auseinander."

So nehmen sich beispielsweise Schüler im niedersächsischen Hermannsburg die kulturhistorische und agrargeografische Untersuchung einer Heidelandschaft als Landschaftsdenkmal vor. Jugendliche aus Ebern in Bayern entwickeln ein Nutzungskonzept für eine ehemalige Synagoge als "Lernort". Ein anderes Team hat sich die Erforschung der Altstadt von Bamberg als UNESCO-Weltkulturerbe auf die Fahnen geschrieben. In Wismar steht die Dokumentation der Restaurierung des Gewölbekellers der Schule an. In Lübeck sind Brücken - ihre Baugeschichte, ihre Rolle für die Stadtentwicklung sowie Probleme der Instandhaltung - Gegenstand der Untersuchung.

 

Das UNESCO-Welterbe Gartenreich Wörlitz wird von Schülern aus Dessau genauer erforscht.

Foto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz

 

 

unesco heute online   Redaktion: Dieter Offenhäußer / Kurt Schlünkes
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