Einsteins Problem - wodurch es entsteht und wie es verschwindet


Langtext
sowie: Der Geist der Verweigerung

Inhalt:
Einsteins spezielles Problem
Was "Relativität der Bewegung" heißt und Einsteins allgemeines Problem

Einsteins spezielles Problem

Jeder sieht nur, was er versteht und das ist der Ursprung seiner Probleme, d. h. er selbst ist das Problem und nicht die Sache, um deren Verständnis es in der Wissenschaft geht. Einstein hatte Probleme, weil er Objektivist war (Determinist sowieso). Das ist meine These und der Name Einstein steht hier für alle, die Objektivisten sind, und damit für die vielen Naturwissenschaftler, die ihm in seinem Objektivismus folgen. Der Objektivist hat die Überzeugung, daß die Dinge im Wesentlichen so sind, wie sie ihm erscheinen, was natürlich ein dogmatischer Subjektivismus ist. Ein Objektivist ist also nicht einfach ein naiver Realist sondern ein naiver Realist mit Überzeugung. Ich sage nicht aus Überzeugung, denn das klingt so, als hätte er selbst sich aus mehreren Denkungsarten die beste erwählt. Doch das hat die Evolution schon für ihn erledigt, indem sie ihn mit einem handlungsbezogenen Denken ausgestattet hat, dessen Effizienz durch Zweifel an den Erscheinungen beeinträchtigt würde. Daher habe ich als Erkenntniskritiker wenig Hoffnung, einen Objektivisten mit Überzeugung über seinen Irrtum aufklären zu können, denn er ist ja mit ihm zufrieden und darum bereit, ihn bzw. seine Zufriedenheit um (fast) jeden Preis mit den absurdesten Argumenten zu verteidigen - solange dies auf Kosten anderer geht, die sich von ihm einwickeln lassen. Nur jenen, die nicht ganz so zufrieden sind, weil sie ehrlich genug sind, sich einzugestehen, daß es immer wieder mal Probleme mit ihrer Überzeugung gibt, will ich alternative Lösungen vorstellen, hier zu demjenigen, was ich "Einsteins Problem" genannt habe (obwohl es zwei Probleme waren: ein spezielles, das Licht betreffend, und ein allgemeines, alles betreffend), weil Einsteins Lösung ihn berühmt gemacht hatte, ohne damit behaupten zu wollen, daß "Einsteins Problem" so rein auch das Problem Einsteins war. Hier geht es nicht um nie restlos zu klärende Motive bei der Entstehung einer Theorie sondern, was viel wichtiger ist, um Grundsätzliches. Es geht um die Erkenntnis der durch seine Theorien nachwirkenden geistigen Situation Einsteins und seiner Zeit, denn unsere davon beeinflußte geistige Situation ist es, die mehr als alles andere über unsere Zukunft entscheidet. Ich hoffe, von der mentalen Lage, die zur Speziellen Relativitätstheorie führte, eine Darstellung von hinreichender innerer Schlüssigkeit vorlegen zu können.

"Einsteins spezielles Problem" war die Frage, warum man in einem bewegten System dessen Bewegung nicht messen kann. Der Objektivist ist natürlich von der Objektivität der Bewegung überzeugt. Also: Wenn ein physikalischer Körper ihm "bewegt" erscheint, dann wäre die beobachtete Bewegung eine dem Körper zugehörige Eigenschaft, die er auch ohne Beobachtung, also objektiv hat. Und objektiv ist für einen Naturwissenschaftler, was gemessen werden kann. Hier kommt eine andere Bedeutung von "objektiv" ins Spiel, nämlich die Bedeutung von "korrekt" oder "richtig". Diese meint ein menschliches Tun nach anerkannten Regeln, erstere ein menschenunabhängiges Sein. Dieser ambivalente Gebrauch des Worts "objektiv", in Verbindung mit einer fehlenden oder ungenügenden Unterscheidung von Denken und Sein, bedingt eine der folgeträchtigsten Verwechslungen im Selbstverständnis der Forscher.

Daß die Unmöglichkeit, an Bord eines Systems dessen Bewegung gegenüber einem anderen System durch physikalische Experimente, z. B. Fallversuche, oder mit Hilfe des Lichts, z. B. mit dem Interferometer, direkt zu messen, die angenommene Objektivität eigentlich sofort, objektiv und endgültig widerlegt, kommt dem Objektivisten entweder nicht in den Sinn oder will er nicht akzeptieren. Jeder Ismus immunisiert sich gegen widerlegende Fakten und Schlüsse, z. B. indem er sie ungeprüft als nicht ernstzunehmenden Vorurteile versteht, während er die eigenen total ernst nimmt. Das ist ein Trick der Evolution, der hilft, dem Individuum Streß zu ersparen und seine Psyche zu stabilisieren. Dabei braucht der Beobachter aber nur die Augen zu schließen, damit der Bewegungseindruck und damit das Bewegungsproblem verschwindet. Denn er sieht ja nur die Bewegung des Systems, spürt sie aber nicht (wenn er sie auch spürt, dann handelt es sich um eine Änderung seiner Bewegung, Beschleunigung genannt). Aber selbst bei geschlossen Augen ist der Objektivist von der Vorstellung geplagt, daß sich auch Dinge bewegen können, weshalb er darauf besteht, daß Bewegung doch meßbar sein muß. So wird dieses in seinen Gründen nicht durchschaute trotzigen "Doch" ihm zum Ansporn - entgegen aller Erfahrung und Vernunft - die Richtigkeit seiner Vorstellung von der Objektivität der Bewegung, z.B. der Bewegung der Erde um die Sonne, zu beweisen. Es geht also gar nicht um ein physikalisches sondern um ein mentales Problem. Solange Einsteins Kritiker glauben, ihn mit Physik nachbessern zu können, haben sie noch nicht den Kern von "Einsteins Problem" erfaßt.

Die Feststellung von Michelson und Morley, daß sich Licht in alle Richtungen mit gleicher Geschwindigkeit fortpflanzt, was man später die "Konstanz der Lichtgeschwindigkeit" nannte, wurde zum Anlaß, sich nach einer Rechtfertigung für die Auffassung von der Objektivität der Bewegung umzusehen. Dabei ging es nicht einmal um einen Augenschein sondern nur um die Vorstellung von einer sich auf einer Bahn um die Sonne bewegenden Erde, mit der die richtungsunabhängige Konstanz der Lichtgeschwindigkeit im Widerspruch zu stehen schien, hatte man doch die Erwartung, daß sich die Bahngeschwindigkeit der Erde bemerkbar machen müßte, obgleich es dafür keine erwiesenen Gründe gab. Es war wohl einfach die Überzeugung von der Objektivität der Bewegung in Verbindung mit dem heliozentrischen Weltbild, die einen solchen Beweis erwarten ließ, wozu man sich der Idee des Äthers bediente. Bereits Aristoteles hatte in seiner "Physik" den Äther als "quinta essentia" eingeführt, um sich die Bewegung im leeren Raum vorstellen zu können. Also schon bei ihm die Vorstellbarkeit als Kriterium und als Ansatz für Lösungen, so als könnten wir uns sicher sein, daß unser, von der Evolution herausgearbeitetes Vorstellungsvermögen für alle Erscheinungen der Welt ausreichend und adäquat ist.

Erst die Quantenmechanik machte mit der biederen Vorstellerei und ihren nervenden Gedankenexperimenten Schluß und verlangte die Beschränkung auf das vielfach abgeklärte Faktische. Im Vergleich zur selbstkritischen Strenge der Quantenmechanik erscheint mir eine Physik mit dem Primat der Vorstellung, verbunden mit der Tendenz, diese auch noch zu konservieren, bestenfalls als vorwissenschaftlich. Auf alle Fälle ist sie unkritisch, weil der Objektivist zwischen Denken und Sein nicht unterscheidet. Der Objektivist ist heutzutage am einfachsten und sichersten daran zu erkennen, daß er Raum und Zeit für objektive Gegebenheiten hält. Soweit er ihnen eine subjektive Existenz einräumt, ist diese ihm nur ein unzulänglicher Spiegel ihrer objektiven Existenz, während der altmodische Kant gelehrt hatte, daß Raum und Zeit "Formen der Anschauung" sind, die "als die Bedingung der Möglichkeiten der Erfahrung" aller Erfahrung a priori vorausgehen und raumzeitliches Verstehen überhaupt erst ermöglichen. (Aber die Formen der Anschauung sind wiederum das Ergebnis der Evolution unter der Bedingung der Möglichkeiten des Überlebens, also etwas Zweckmäßiges. Sie trennen und ordnen das Chaos der Wahrnehmungen in dynamische und statische Elemente, gemäß ihrer unterschiedlichen vitalen Wichtigkeit). Einstein nannte Kants erkenntniskritische Lehre über Raum und Zeit "eine der verderblichsten Taten der Philosophen", wagte es allerdings nicht, Kant beim Namen zu nennen1). Als Erkenntniskritiker darf man da schon erschrecken und Schlimmes befürchten. Und so sieht das Ergebnis aus, wenn man die Einsichten der großen Denker Kant und Newton in den Wind schlägt: Der Beweis für die Richtigkeit der Vorstellung einer sich objektiv bewegenden Erde sei also nur deshalb nicht zu erbringen, so Einsteins berühmte Ausrede, weil die Relativität von Raum und Zeit uns den Beweis unfairerweise unterschlägt, d. h. er machte die Zuverlässigkeit materieller Meßmittel und die mit ihnen ermittelten Daten zum Problem, nicht jedoch die Meinung über die Natur der Bewegung.

Selbstlos wie sie sind, zweifeln Objektivisten an sich selbst zuletzt - zuallermeist aber gar nicht. Wie das Abändern von gemessenen Maßen rechnerisch geht, hatte Hendrik A. Lorentz vorgemacht. Einstein wandelte die Lorentztransformationen für seine Zwecke ab und hatte die jugendliche Unbekümmertheit zu sagen, daß es die Transformation tatsächlich gibt. Er machte seine Meinung zur Wahrheitsinstanz über Fakten, die nicht anzeigen würden, was "tatsächlich", also der Meinung nach, passiert, weshalb die Fakten eines Besseren belehrt werden müßten. Unter Mißachtung der Metrologie, der Maß- und Gewichtskunde als der Grundlage allen quantitativen Wissens, gibt sich der Objektivist seine Kriterien über Längen und Zeiten anhand seiner Vorstellung selbst: d. h. was Tatsache ist wird durch transformierende Gleichungen bestimmt, die die Differenz zwischen Erwartung und Fakt überbrücken und so die Erwartung zu bestätigen scheinen. Einstein glaubte, Zeit und Raum, "von den Tatsachen gezwungen - aus dem Olymp des Apriori herunterholen (zu müssen), um sie reparieren und wieder in einen brauchbaren Zustand setzen zu können."1) Wenn Kriterien nach ihrer Brauchbarkeit für die Rettung sog., sich nicht von selbst beweisender "Tatsachen" ausgerichtet werden - was bleibt da noch vom Geist und vom Instrumentarium der Wissenschaft? Muß nicht euphorische Desorientierung die Folge sein?

Denn was ist real der Unterschied zwischen herbeigerechneten Effekten,
die man angeblich nur wegen der Relativität von Raum und Zeit nicht messen kann,
und Effekten, die überhaupt nicht existieren?
Gar keiner!!!

Der Unterschied ist nur einer der Worte! Der Physiker ist daher, wie jeder Wissenschaftler, gut beraten, sich durch scheinbare Stimmigkeiten nicht verblüffen zu lassen und unmanipulierte Fakten mehr zu respektieren als Meinungen und Vorstellungen, die zu prüfen ja gerade der Zweck der Wissenschaft sein sollte, um den Geist von Irrtümern und nicht etwa die Irrtümer von widersprechenden Fakten zu befreien, damit dem einfältigen Geist geschmeichelt wird.

Mit der Erkenntnis ihrer dialektischen Natur haben wir Einsteins verblüffende "Lösung" seines Problems durchschaut, die auf einer Unterscheidung beruht, die sich der realen Prüfung entzieht. Ernüchtert müssen wir einsehen, daß Probleme nicht trickreich gelöst sondern nur schonungslos aufgeklärt werden können. Sachen haben keine Probleme und können sich nicht irren. Probleme haben immer nur wir, wenn es uns an Sachverstand fehlt. Sachverständnis gewinnen wir am besten durch die intensive und undoktrinäre Auseinandersetzung mit Sachen, bei Benutzung ihnen angemessener Denkweisen und bei Beachtung von Logik und Kausalität. Das beginnt bezüglich ihrer Geschwindigkeit damit, daß wir sie nicht zu einem beliebigen Fixpunkt bestimmen, sondern zu einem Verständnis liefernden relevanten, z.B. das Licht in Bezug auf die Quelle oder den Beobachter. Dabei müssen wir die quellenbezogene Geschwindigkeit des Lichts von seiner von der Relativbewegung Quelle-Empfänger abhängigen Messung unterscheiden. Das ist der gleiche Unterschied wie der zwischen wahrem Wind (Wind über Grund) und scheinbarem Wind. Letzterer ist der vom Fahrtwind, also der Eigenbewegung, verfälschte wahre Wind, jedem geschulten Segler vertraut. Es wäre nun völlig falsch, bei diesem notwendigen Schritt sich von der Relativitätstheorie beirren zu lassen, der eine kausale Quellenbetrachtung fremd ist und die daher den Fahrtwind für den wahren Wind hält und die Existenz eines Fahrtwinds bestreitet. Sollte es unter den Skippern und Steuerleuten je Relativisten gegeben haben, sind sie, infolge ihrer Desorientierung, bestimmt alle sehr bald ertrunken. Entgegen der Evolutionären Wissenschaftstheorie Poppers funktioniert bei wissenschaftlichen Theorien Darwins Gesetz der Auslese leider nicht in gleich effizienter Weise, da ihre Verkünder sich nicht den Gefahren der Wirklichkeit aussetzen sondern weit ab von ihr auf gut gepolsterten Lehr- = Lehnstühlen sitzen.

Doch die Relativbewegung zwischen Quelle und Empfänger bildet sich real immer ab, da es sich um eine tatsächliche VerÄnderung einer Distanz handelt und nicht um eine gedachte Beziehung zu einem als solchen gehaltenen Fixpunkt, nur daß die VerÄnderung bei den Messungen von Michelson und Morley am Interferometer eben Null war. Null war die Folge des Umstands, daß die Forscher eine eigene Quelle benutzten, deren Abstand zum Empfänger gleichbleibend war, so daß es Michelson schien - weil er keinen Fahrtwind registrierte - als ob die Erde stillestünde". Auch bei Benutzung von Sonnenlicht wäre v Null, da der Abstand Erde-Sonne während des kurzen Zeitraums zwischen Ausstrahlung und Empfang des Sonnenlichts praktisch konstant ist, ist die Erde doch auf einer Bahn unterwegs, die sich von einem Kreis kaum unterscheidet. Aber auch Null ist ein Ergebnis, so aussagefähig wie jedes andere! Bei der von Bradley 1728 entdeckten Aberration gibt der maximale Vorhaltewinkel zwischen Fernrohr und der beobachteten Quelle das Verhältnis von Erdgeschwindigkeit zur Lichtgeschwindigkeit (1 zu 640) quer zum Lichtstrahl wieder, während die Rot- bzw. Blauverschiebung galaktischer Quellen ein Maß der Relativbewegung des irdischen Standpunkts zu sich entfernenden bzw. nähernden Quellen ist, bei echter Quellenkonstanz des Lichts, worauf die Urknalltheorie baut. Bei der Aberration und beim Dopplereffekt spielt die Bewegung der Erde um die Sonne beim Empfang von Fixsternlicht durchaus eine Rolle. Bei der Aberration ist sie sogar die einzige Ursache derselben, beim Dopplereffekt wirkt sie sich gleich zweifach aus - einmal wenn sich die Erde auf eine Lichtquelle zubewegt, einmal, wenn sie sich von ihr entfernt, was eine maximale Beobachtungsdifferenz von 2 v ergibt. Wie aber könnte sich das Fortschreiten auf der Erdbahn mit der Geschwindigkeit v beim Empfang irdischen Lichts abzeichnen, da sich seine Quelle zusammen mit dem Empfänger schon auf der Bahn befindet und somit v kausal gar nicht zum Tragen kommt? Wo keine Relativbewegung zwischen beiden vorliegt, kann es auch kein von Null verschiedenes Meßergebnis geben! Mit anderen Worten: Ist der Abstand Quelle-Empfänger konstant, dann ist für den Empfänger die Quellenbewegung zwangsläufig Null (Michelsonversuche) und c konstant. Wo soll hier irgendein Problem liegen?

Die Meßkonstanz der Lichtgeschwindigkeit findet durch die Abstandskonstanz von Sender und Empfänger eine Erklärung, die so einfach und unbestreitbar wie der Sachverhalt selber ist.

Aber Einstein hatte, seiner Erwartung entsprechend, die Nullmessung von v für eine verhinderte Messung von v gehalten, deren Gründe er durch freie Annahmen zu erklären versuchte. Am Anfang also stand das Mißverständnis eines Faktums. Da Einstein schwarze Schwäne sah, wo er weiße erwartet hatte, war für ihn klar: Die schwarzen Schwäne sind in Wahrheit weiße Schwäne. Wir wären lediglich durch den unglücklichen Umstand geschwärzter Augengläser gehindert, ihre weiße Farbe zu sehen. So machte er aus schwarz weiß und nannte sein Verfahren, mit Fakten abwertend umzugehen, "relativieren". Ohne die materielle Ursache der Nullmessung zu prüfen, machte Einstein eine eigens erfundene Relativität von Zeit und Raum für das seiner Ansicht nach fehlende Ergebnis verantwortlich, sah er doch, wie viele seiner Kollegen, die ihm da auch schon reichlich Vorgaben gemacht hatten, vor seinem geistigen Auge das Licht sich nicht kausal in Bezug auf eine Quelle bewegen sondern mit immer gleicher Geschwindigkeit in einem mit der Sonne verbundenen Äther schwingen, obwohl er zwischendurch auch schon mal empfohlen hatte, diese Annahme aufzugeben. Dann hätte man aber auch das Verständnis die Maxwellschen Gleichungen ändern müssen, die Raumkonstanten zur Darstellung der elektromagnetischen Kräfte benutzen. Diesen Gleichungen jedoch verhalf die behauptete Invarianz von c gegenüber Relativbewegungen, garantiert durch die Relativität von Zeit und Raum, plötzlich ihr Konstanzproblem, auf scheinbar geniale Art zu lösen, weshalb Einsteins Version sich schnell durchsetzte. Seitdem haben wir in der Physik das Primat der Elektrodynamik gegenüber der Mechanik, die zu einer Hilfswissenschaft verkam. Von allen Parametern soll sich fortan nur die Größe der Lichtgeschwindigkeit erhalten, nach der sich Zeit, Raum, Masse, ja auch Mathematik und Logik zu richten haben.

Noch niemals zuvor hat eine Theorie so tief in die Grundlagen wissenschaftlichen Denkens eingegriffen, weshalb Einsteins Vorgehen gern als Ausdruck großer geistiger Schöpferkraft gedeutet wird und er als der Schutzpatron der Erfinder gilt, die allerdings nicht verstehen, warum er uns die Zunge herausstreckt. Seine Erfindungen waren jedoch rein destruktiv, da er ein nach rückwärts gewandtes Anliegen hatte: die Richtigkeit der bereits durch die Vergleichsmessungen von Michelson und Morley widerlegten Annahme von der Objektivität der Bewegung zu beweisen. Einer Widerlegung durch Einführung adaptierender Hypothesen den Anschein einer Bestätigung zu geben - das eben ist die Kunst der Dialektik! Da hilft nur Ockhams Rasiermesser: "Eine Vielheit ist nur anzunehmen, wenn es notwendig ist". In unserem Beispiel heißt das: Wenn die bekannten Realitäten zur Erklärung eines Phänomens ausreichen, wie hier gezeigt wird, erübrigt es sich, Raum und Zeit als zusätzliche erklärende Realitäten einzuführen, nur um sich keine neuen Gedanken über Maxwells Gleichungen machen zu müssen, was vielleicht lästig aber nicht verboten ist.

Bei Beachtung von Ursache und Wirkung, hier beim Michelsonversuch die Beachtung der irdischen (oder auch der solaren) Lichtquelle, als der Ursache des Lichts, und der Invarianz des Abstands Quelle-Empfänger, die dem Empfänger die Quelle zwangsläufig als "ruhend" und die Lichtgeschwindigkeit als invariant zeigt, verschwindet jenes spezielle Problem Einsteins, warum sich Licht, entgegen der Vorstellung von der sich um die Sonne bewegenden Erde, so ausbreitet, als ob die Erde ruht. Einsteins Konstanzerklärung mit der Relativität von Raum und Zeit wird entbehrlich, sobald wir erkennen, daß das Licht in seinem Verhalten immer nur die Relativbewegung Quelle-Empfänger abbilden kann und dies tatsächlich auch tut, weshalb es keinen Erklärungsbedarf gibt. Um die vom Beobachter gesehene Bewegung von Quellen zu anderen Bezugspunkten kümmert sich das Licht dagegen nicht, weil es sich als naturwissenschaftlicher Gegenstand nur nach materiellen Ursachen und nicht nach Taxierungen von Beobachtern richten kann. Nur Sachen können Sachen Ursache sein! Darum geht die Quellenbewegung - weil beobachterbezogen - nicht in die Naturgesetze ein. Wo soll es da ein Problem oder auch nur ein Defizit geben?! Dementsprechend gab und gibt es auch kein Problem zu lösen und kein Defizit auszufüllen, sondern Einstein kürzte mit den sog. Lorentztransformationen lediglich die überflüssige heliozentrische Bahngeschwindigkeit der Erde v, die für systemeigenes Licht ohne jede Bedeutung ist, einfach heraus, ohne den Denkfehler bewußt zu machen, geschweige ihn aufzuklären!

Weil Einsteins Gleichungen in den Fällen konstanter Abstände, um die es meistens geht, ihren Anwendern erlauben, trotz ihres Denkfehlers, zu brauchbaren Ergebnissen zu kommen (während die Anwender andere Ergebnisse einfach ignorieren oder zu Irrtümern erklären), hat die Relativitätstheorie nicht nur keine Aufklärung geleistet sondern mit der relativistischen Als-ob-Erklärung ihrer mathematischen Operationen auch noch jedermann in seinem Irrtum über die Natur des Lichts und seiner Bewegung bestärkt, weshalb dieser Irrtum seitdem frohen Mutes mit Vehemenz verteidigt wird und mit seinen angeblichen "unzähligen Beweisen" die Forschung auf vielen Gebieten behindert. (Daß bis heute immer wieder neue "Beweise" nachgeschoben werden, ist jedoch ein Hinweis, daß man sich im Grunde doch nicht so sicher ist, wie man gern vorgibt.)

Aber nüchtern besehen, ohne sich vom Verkaufsargument "Relativität" die Sicht vernebeln zu lassen, besagen Einsteins Gleichungen, ihre Deutung und die vorgelegten "Beweise" faktisch, d. h. jenseits aller gegenteiligen Beteuerungen, auch nur, daß es auf die vom Beobachter gesehene kontingente Bewegung eines Systems für die Naturgesetze nicht ankommt. Dies ist genau das, was ich hier die ganze Zeit klar zu machen versuche und was Inhalt der Newtonschen Axiome der Bewegung war, so daß Newton und ich mit Einsteins Festestellung: "Die Naturgesetze sind nach dem Relativitätsprinzip von der Translationsbewegung des Bezugssystems unabhängig", völlig einig sind, nur daß Newton dazu kein überflüssiges Relativitätsprinzip brauchte. Dieser versteckte wahre Kern der Relativitätstheorie ist es, der ihre falschen Begründungen immer wieder zu bestätigen scheint und der dadurch die Physik in eine Sackgasse geführt hat. Die Relativitätstheorie gibt damit ein anschauliches Beispiel dafür, daß Beweise Argumente zwar scheinbar stützen, aber Sachverstand und eigenständige Vernunftleistungen nicht ersetzen können, weshalb wir uns vornehmlich zuerst immer um Sachverstand und Vernunft bemühen müssen, wollen wir nicht in die Irre gehen. Beweise haben ihren Wert immer nur in einem Kontext, der auf sie hinweist.

Zufällig zur gleichen Zeit, als vor 100 Jahren durch die Untersuchungen am Interferometer die Objektivität der Bewegung praktisch widerlegt worden war, wurde auch der Film erfunden, der seitdem tagtäglich, zusammen mit dem Fernsehen - durch geschickte Vorgabe seiner Standbilder - beweist, daß der Eindruck von Bewegung im Kopf des Zuschauers entsteht, wenn er VerÄnderungen an Dingen oder an Beziehungen zwischen Dingen bemerkt, ob die Dinge nun objektiv bewegt sind oder ob nur eine Illusion von Bewegung geboten wird. So genießen wir allabendlich vor dem Fernseher oder im Kino die Illusion der Bewegung, aber im Herzen glauben wir an ihre Objektivität, weil wir als Lebewesen uns tatsächlich real bewegen müssen, wollen wir durch Muskelkraft unter Einsatz von Energie den Ort unseres Aufenthalts wechseln. Es ist also die am Lebendigen ausgerichtete Analogie unseres Denkens, die uns in der Physik zu Fehlschlüssen verführt. Aber Erde, Sonne, Mond und alle anderen natürlichen physikalischen Objekte sind in Ermangelung von Muskeln, Motoren oder himmlischer Heerscharen nicht selber - und das heißt für Objekte eben "objektiv" - bewegt. Solange keine Kraft an ihnen angreift, verharren sie völlig apathisch nur in ihrem Zustand, weshalb sie auch keine Energie verbrauchen, wie das bei einer objektiven Selbstbewegung der Fall ist. Das Verharren ist der objektive Zustand kräftefreier Körper, gleich ob sie uns "bewegt" erscheinen oder nicht! Den unbewegten Zustand nennen wir den der Ruhe. Ruhe und Bewegung sind Wertungen des Beobachters, der von der Evolution daraufhin angelegt ist - in Ermangelung eines objektiven Wissens und weil es für ihn zweckmäßig ist - alle Dinge und Ereignisse sowohl in Bezug auf sich selbst als auch in Analogie zu sich selbst als Lebendigen zu bewerten, weshalb wir einem biomorphen evaluierten Realismus folgen. Wer dies einmal erkannt hat, hört auf ein Opfer seiner Denkgewohnheiten zu sein und hat dann auch nicht "Einsteins Problem".
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Was "Relativität der Bewegung" heißt und Einsteins allgemeines Problem

Darüber, daß Bewegung etwas mit Relativität zu tun hat, besteht durchaus Einigkeit mit Einstein. Als Objektivist war Einstein jedoch von der Objektivität der Bewegung überzeugt, so daß er glaubte, auch objektive Gründe für ihre erwiesene Nichtmeßbarkeit zu brauchen, die er sich in Form der Relativität von Messungen konstruierte. Die Darstellung und Auswirkung dieser Gründe ist Inhalt seiner Relativitätstheorien. Einstein macht in seiner Relativitätstheorie nicht die Bewegung zum Problem sondern ihre fehlende Meßbarkeit, weil sie die fälschlich angenommene Objektivität der Bewegung widerlegt, was er nicht akzeptieren wollte. Die Bewegung nahm er als naturgegeben hin und sah nicht, daß sie beobachtergegeben ist. Er versäumte es, sich ganz einfach zu fragen: Auf welche Weise soll es natürlichen, unbelebten Dingen möglich sein, sich selbst zu bewegen, so daß man sagen könnte, daß die Bewegung eine objektive Eigenschaft von ihnen wäre? Oder wollte er in einer vielleicht unbewußten animistischen Weltsicht nicht akzeptieren, daß es keine unbeseelten und unbelebten und damit sich selbst bewegenden Körper gibt?

Doch durch welches Merkmal kann ein unbelebter "bewegter" Körper objektiv von einem "ruhenden" unterschieden werden? Und hatte Einstein nicht 1905 in der Einführung seiner berühmten Schrift "Zur Elektrodynamik bewegter Körper" zuerst selbst festgestellt, "... daß dem Begriffe der absoluten Ruhe nicht nur in der Mechanik, sondern auch in der Elektrodynamik keine Eigenschaften der Erscheinungen entsprechen, ..."

Solange niemand diese Frage beantworten kann, auch Einstein hat nie ein Unterscheidungsmerkmal nennen können, weil es nämlich keines gibt, gibt es auch nicht die "Bewegung" als ein physikalisches Problem, das Gegenstand der Physik sein könnte. Von einem erkenntniskritischen Standpunkt haben wir es lediglich mit einem Bewegungseindruck zu tun. Er entsteht, wenn sich eine Relation ändert, die ein Beobachter zu seinem handlungsbezogenen Verständnis unbewußt hergestellt hat, z. B. zwischen einer Kirchturmspitze und den darüberziehenden Wolken. Der Eindruck entsteht durch eine Mischung von subjektiven und objektiven Elementen als etwas Neues, vorher nicht Existierendes, das es aufzuklären gilt. Objektiv sind im genannten Beispiel die Kirchturmspitze und die Wolken, subjektiv ist die vom Beobachter hergestellte Relation zwischen beiden, die den Eindruck einer Bewegung erzeugt, die vom Beobachter als den Wolken zugehörig interpretiert wird, da Kirchtürme erfahrungsgemäß nicht zu ziehen pflegen. Wer akzeptiert, daß die sog. Bewegung auf einer vom Subjekt hergestellten Relation beruht, bei der es nicht Voraussetzung ist, daß sich das als "bewegt" angesehene Objekt von selbst bewegt, wie ein Mensch beim Gehen, braucht sich nicht erst die Meßbedingungen zu relativieren, um zu verstehen, daß die Bewegung physikalischer Körper nicht direkt sondern eben nur in der Relation zu anderen Gegenständen existiert und meßbar ist, durch die der Bewegungseindruck überhaupt erst ermöglicht wird. Dieser notwendige Umstand ist das, was die Relativität der Bewegung ausmacht. Grundsätzlich gilt:

J e d e s   Messen ist das Herstellen einer Relation zwischen Dingen.

Daher ist es unmöglich, die Bewegung eines Systems ohne Fremdbezug zu messen. Es ist dann auch sinnlos, von seiner "Bewegung" zu reden. Bewegung ist etwas, was im Kopf des Beobachters passiert, so daß es auch falsch ist zu sagen, daß - bei Ausbleiben eines Bewegungsbeweises - "die Erde stillestünde", wie Michelson sagte, denn physikalische Körper sind über biomorphe Begriffe wie "bewegen", "ruhen" und "stillestehen" erhaben. Wenn keine Kraft an ihnen angreift, erhalten sie sich nur in ihrem Zustand und sonst nichts. Wie sollte es ihnen möglich sein, sich anders zu verhalten?! Ach, hätte man sich an die Kausalität gehalten, die das Wirkliche vom Möglichen trennt, und damit Newtons Axiome jemals wirklich begriffen! Niemals wären der Physik Bewegungen und Grenzgeschwindigkeiten zum Problem geworden! Aber wer unkritisch, ohne Sachverstand, von Sonne, Mond und Sterne denkt und spricht wie der Bauer vom Vieh, hat unvermeidlich Schwierigkeiten, physikalische Körper angemessen zu verstehen.

Der Bewegungseindruck ist ein Messen von Beziehungen, die der kognitive Apparat von selber herstellt und das er von selber leistet und in Form des Eindrucks ungefragt vorgibt. Diese, der Orientierung dienende laufende Vorgabe ist der Ursprung unseres angeblichen Wissens über die Bewegung von Dingen, vor jeder objektiven Feststellung, und des trotzigen "Doch", wenn der objektive Beweis ausbleibt.

Das halte ich für eine ausreichende Erklärung der Ursache des allgemeinen relativistischen Problems. Nun können wir verstehen, warum Einstein - wegen des je schon vorgegebenen Bewegungseindrucks (auch bei einem nur vorgestellten Geschehen) - es als Objektivist für erforderlich hielt, ein allgemeines Relativitätsprinzip für "beliebig bewegte Bezugssysteme" aufzustellen, das die Differenz zwischen Bewegungseindruck und Meßerfahrung überbrücken soll. Doch wenn man erkennt, daß es sich bei der "Bewegung" von Dingen um eine unquantifizierte Messung möglicher Beziehungen handelt, die nur im Kopf des Beobachters geschieht und die keine Eigenschaft der Dinge selber ist, wird klar, warum sie keinen Einfluß auf die Naturgesetze haben kann, so daß man keinerlei Überbrückungshilfe beim Ausbleiben ihres Realbeweises braucht. Man könnte auch sagen: Jeder bestimmte Zustand einer Sache ist in der Mechanik durch die Beobachtung eines Beobachters bestimmt und daher kein Problem der Mechanik.

Erklärungsprobleme verschwinden, sobald man ihre Genese erkennt. "Lösungen" dagegen verursachen nur neue Probleme. Wer Probleme "löst" hat das Problem, seine Lösung und deren Probleme. Wer Probleme aufklärt, hat nichts mehr von allem. Newton hoffte, eine absolute Bewegung relativ zu einem absoluten Raum erkennen zu können. Aber auch dabei würde es sich um eine Relation handeln, die ein Beobachter zu seinem Verständnis herstellt, nur daß der absolute Raum kein erfahrbarer Gegenstand ist, sondern die Idee des Raumes, die uns, im Sinne Kants, Räumliches zu erkennen und zu beurteilen ermöglicht. Wer begreift, wie der Bewegungseindruck entsteht, braucht keinen absoluten Raum und keine Relativität von Raum und Zeit zur Erklärung. Überhaupt sollten Wissenschaftler allmählich soviel selbstkritische Distanz haben, daß sie auf jeden, die Wahrnehmung und das Denken blockierenden Ismus, wie den Objektivismus, verzichten können.

Zusammenfassend wäre zu sagen: Wie viele andere war Einstein von der Objektivität der Bewegung überzeugt und sah vorstellerisch die Lichtbewegung in Bezug auf die Sonne. Er mußte sich Fakten relativieren, um sie mit der Erwartung in Übereinstimmung zu bringen, wodurch das heliozentrische Planetensystem zu Unrecht ins Wanken geriet. Wer jedoch sein Verstehen als eine Mischung aus objektiven und subjektiven Elementen begreift, das selbstkritisch durch die Aufklärung der subjektiven Elemente objektiviert werden muß, hat am Ende kein Problem mit Fakten. Der große geistige Fortschritt, den die Quantenmechanik brachte, war eben die Einsicht in die Beobachterrolle und ihre dadurch mögliche Berücksichtigung in den Aussagen, wodurch die Physik des Mikrokosmos in einem ganz außerordentlichen Maße und in beispielhafter Weise an Objektivität gewann. Erkenntlich ist dieser Gewinn daran, daß die Quantentheorie "in geradezu phantastischer Genauigkeit experimentell immer wieder bestätigt worden ist" (Daumer). Einen vergleichbaren Schritt zur Objektivität tat schon die klassische Mechanik, als sie das subjektive Element "Bewegung" und ihre beobachterbezogene Geschwindigkeit durch Differentiation eliminierte und auf diesem Weg der Extraktion die objektzugehörige Geschwindigkeitsänderung, die Beschleunigung gewann, die Grundlage ihrer sich immer wieder bestätigenden Aussagen wurde. Das sind Schritte vom Schein zum Sein, das ist der Übergang des Denkens von der Beziehungs- auf die Objektebene. Nur auf ihr sind Kausalurteile möglich, die so erhellend für unser Naturverständnis sind.

Was wir brauchen - nicht nur in der Wissenschaft - sind Auswege aus dem Schein durch Erkennen der subjektiven Elemente und nicht Ausreden zur Rechtfertigung der von ihnen bewirkten Täuschungen. Es kann nicht die Aufgabe der Wissenschaft sein, neue Erfahrungen durch verbale und mathematische Kosmetik einem veralteten Denken anzupassen, sondern es müßte ihr höchstes Ziel sein, die Menschen durch neue Erfahrungen zu einem neuen, der umfassender gewordenen Realitätserfahrung besser angepaßten Denken zu bringen. Nicht durch einen modischen Paradigmenwechsel, sondern nur durch eine wirkliche Selbstbewegung des Geistes, die die Fesseln überholter Denkmuster sprengt, vermögen wir unser Menschsein und unsere Zukunft zu meistern. An die Adresse der Relativisten gesprochen heißt das: Jeder kann jetzt selbst entscheiden, ob er Wissen fördern oder verhindern will, ob er die Nachhut eines überholten Denkens oder die Vorhut einer umfassenderen Weltsicht sein will, ob er an der Zukunft mitwirken oder sie verbauen will.

Quellennachweis:
1)Albert Einstein, Grundzüge der Relativitätstheorie, Vieweg & Sohn Braunschweig 1969, S.6
2)Max Born, Die Relativitätstheorie Einsteins, Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1964, S.296

© HILLE 1996-2001
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Der Geist der Verweigerung

Der Name Einstein steht inzwischen für den Kampf ewig Gestriger gegen jede neue Einsicht in der Physik, sei es das Ergebnis des sog. Michelson-Experiments, daß es den Äther nicht gibt, sei es die Unbestimmtheit in der Quantenmechanik, sei es das Tunneln mit Überlichtgeschwindigkeit, sei es eine Weltraumfahrt, die diesen Namen verdient, ja, auch gegen Einsteins eigene Skepsis am Ende seines Lebens selbst (s. unten) - vor allem aber für die Negierung der Rolle des Beobachters, ja bereits gegen die Rolle seiner experimentellen Anordnungen für das Ergebnis, gegen die "sich Einstein aufs entschiedenste wehrte" (C.F.v.Weizsäcker "Zum Weltbild der Physik. Einstein und Bohr"). Selbst Newtons großartige wissenschaftliche Leistungen werden von der relativistischen Physik bestritten: die in der Gravitation zum Ausdruck kommende Ganzheitlichkeit aller physikalischen Phänomene, die Anerkennung immanenter Ursachen und die Überwindung einer deskriptiven Physik durch die Dynamik, weshalb sie sich lieber auf Galilei beruft. Und mit dem Verlust der Dynamik wurde das Kopernikanische System zu einer Sache der Beliebigkeit. Max Born in seinem Buch "Die Relativitätstheorie Einstens": "Daher haben von EINSTEINS [kinematischen] Standpunkt gesehen PTOLEMÄUS und KOPERNIKUS gleiches Recht. Welchen Ausgangspunkt man wählt, ist Sache der Bequemlichkeit." Diese Folgerung ist konsequent! Doch weiter zurück kann man das Rad des Wissens kaum drehen, werden doch die davor liegenden Einsichten antiker Denker von Heraklit bis Lukrez, die Newton noch zu würdigen wusste, sowieso ignoriert (s. Text I/C3, Kapitel 6). So viel Destruktion bis in die Wurzeln des Denkens und der Geschichte der physikalisch-kosmologischen Wissenschaft mit so wenig Aufwand ist natürlich schon genial. Aber meine Vorwürfe gehen nie an die Adresse Einsteins, dessen Irrtümer und Ängste ihn sympathisch menschlich machen, sondern an jene, die seine Lehre als höchste Wahrheit verkaufen und jede bessere Einsicht mit allen Mitteln blockieren, um nicht zugeben zu müssen, fatalen Irrtümern unkritisch aufgesessen zu sein. Von den historischen und rationalen Wurzeln der Physik und Kosmologie abgeschnitten, Relationen für Realitäten haltend, wühlen sie dumpf in Worten und Gleichungen und versuchen, Einsteins aus den Bauch heraus verkündete Thesen mit im Graubereich der Messtoleranzen liegenden Ergebnissen als "glänzend bestätigt" (eine Standardformulierung von ihnen) hinzustellen, sich selbst und andere betrügend.

O glücklich, wer noch hoffen kann,
aus diesem Meer des Irrtums aufzutauchen!
Was man nicht weiß, das eben braucht man,
und was man "weiß", kann man nicht brauchen.

(Goethe, Faust I)

Seit dem Bekanntwerden von ganzheitlichen Zustände in der Quantenmechanik, gibt es eine weitere Front der Verweigerung, getreulich Einsteins Forderung, dass alle Erklärungen dem mechanistischen Prinzip der Lokalität zu folgen haben und nichts schneller als das Licht sein darf, damit es nicht zu "geisterhaften" d.h. negativen Lösungen der Lorentztransformationen kommt. Nachdem das peinliche Phänomen der verschränkten Quanten mit ihren momentanen Reagieren, schamhaft "Nichtlokalität" genannt, im Verbandsorgan der DPG lange totgeschwiegen wurde ohne zu sterben, ließ die Redaktion 1999, um nicht selbst das heiße Eisen anfassen zu müssen, notgedrungen A. Zeilinger einmal selbst von seinen Experimenten und ihren Ergebnissen berichten, hatte doch sogar selbst der Dalai-Lama sie schon in Augenschein genommen. Danach gab es einige wenige Kommentare zu Meldungen und Büchern zum Thema, die am Schluss unweigerlich sachlich wenig gehaltvolle Vorwürfe zur Nichtlokalität vorbrachten oder denen eine Widerrede folgte, um das Soll an engstirniger Kritik zu erfüllen. Man will eben partout nicht klüger werden. So auch im Kommentar von Dr. Gregor Weihs, Stanford University/USA zu der für mich erfreulichen Meldung im Märzheft 2002 "Quantenspuk ist nicht relativ", wobei es um ein neues Experiment zur Quantenkorrelation ging, bei dem vergeblich nach relativistischen Effekten gesucht wurde. Meine Einwändungen zu Weihs Bedenken, seine Antwort, bei der er bezeichnenderweise auf keines meiner erkenntnistheoretischen Argumente eingeht, meine Erwiderung samt einem Zwischenkommentar, und einen Beitrag von G. Galeczki habe ich unten abgedruckt.
      Als von Peter Mittelstaedt im "Physik Journal" vom November 2002, dem Nachfolge-Organ der "Physikalischen Blätter", das Buch "Verschränkte Welt. Faszination der Quanten" (Hrsg. J. Audretsch) besprochen wurde, entsprach es voll meiner Erwartung (und wohl auch der auf Einstein eingeschworenen Redaktion unter Stefan Jorda), dass auch dieser Rezensent am Schluss eine Breitseite auf die Nichtlokalität loslässt, auch wenn er sich dabei auf einen den Band abschließenden pflichtschuldigsten Aufsatz von Michael Elsfeld beruft, dessen Artikel ihm aber offensichtlich sehr willkommen ist. "Elsfeld erkennt klar, welche Herausforderung die Verschränktheit für die Ontologie bedeutet. Wenn es für die Quantenmechanik keine Grenze gibt, dann sind alle Elemente dieser Welt durch Verschränkung miteinander verbunden. Dann aber gäbe es weder mikroskopisch noch makroskopisch einzelne Dinge mit definitiven Eigenschaften, an denen sich aber unsere Begriffbildung orientiert. Die Quantenmechanik würde dann ihren eigenen Voraussetzungen widersprechen." Richtig müsste es jedoch heißen: die ihre eigenen Voraussetzungen erweitert - wenn ihre Ergebnisse tatsächlich ihren Grundannahmen widersprechen würden, was aber m.E. nicht zutrifft. Aber zur Erweiterung ihres geistigen Horizontes, hier um die Aspekte der Komplementarität und der existenziell immer wichtiger werdenden Ganzheitlichkeit, die die gewohnten Begriffe relativieren, sind die theoretisierenden Physiker einsteinscher Prägung leider nicht bereit, die lieber Fakten relativieren, statt die Herausforderung der neuen Forschungsergebnisse endlich anzunehmen und sich geistig zu bewegen, ist doch das Arbeiten am Begriff die Uraufgabe des geistig Schaffenden. Dabei sollten alle Forschenden doch längst erkannt haben, dass die Realität sowieso alle Denkbarkeit und somit auch alle Begriffsbildung übersteigt und dass alle Begriffe nur Stationen aber keine Endhaltestellen des um Verständnis ringenden Bewusstseins sind. Und Einstein selbst? Hielt er seinen eigenen geistigen Horizont für das letzte Wort, das auf ewig zu zementieren wäre? Oder könnten seine Anhänger von ihm wirklich lernen? Gegen Ende seines Lebens schrieb er selbstkritisch seinem Jugendfreund Solovine aus schweizer Tagen:

"...Sie stellen es sich so vor, daß ich mit stiller Befriedigung auf ein Lebenswerk zurückschaue. Aber es ist ganz anders von der Nähe gesehen. Da ist kein einziger Begriff, von dem ich überzeugt wäre, daß er standhalten wird, und ich fühle mich unsicher, ob ich überhaupt auf dem rechten Wege bin ..."

Albert Einstein in einem Brief an seinen Freund Solovine 1949, veröffentlicht unter "Lettres á Maurice Solovine", Paris 1956, S.94; Fundstelle: K. Brinkmann, Zu Zeit und Raum ..., Verlag Joh. Berchmans München 1984. Aber auch: A. Einstein, Worte in Zeit und Raum, Herder Freiburg-Basel-Wien, S.127 (letztes Zitat = soviel wie letztes Wort!)

"Ich habe schon längst die Hoffnung aufgegeben, dass ich mich in Bezug auf Einstein irre." (Hille)

© HILLE 2002


E-Mail vom 7. März 2002:

Sehr geehrter Herr Doktor Weihs,
mit Interesse habe ich im Physik Journal vom März 2002 Ihre Darstellung und Kommentierung eines neues Experiments zur Quantenkorrelation gelesen. Die Argumente gegen solche "geisterhaften Fernwirkungen" hat bereits vor über 13 Jahren Prof. Jan Berg (TU München) als unbegründet darstellen können.
      Das Problem das manche Physiker mit ihr immer noch haben, deutet sich in Ihrem folgenden Satz an: "So könnten zwei Photonen, die aus einer gemeinsamen Quelle stammen, über beliebig weite Entfernungen WIE ein zusammenhängendes Ganzes beschrieben werden." Verräterisch ist dabei das Wörtchen "wie". Wenn es sich denn immer wieder erweist, dass sie ein zusammenhängendes Ganzes SIND, dann sollte dies der Wissenschaftler auch akzeptieren, denn es ist ja nicht seine Aufgabe, die Natur belehren zu wollen, dass sie das eigentlich doch nicht ist, als was sie sich zeigt. Doch der Gedanke der Ganzheitlichkeit will einfach nicht in einen Kopf, der ein mechanistisches Naturmodell hat, dass ja bereits von der Gravitation widerlegt wird. Hier verhalten sich riesige kosmische Systeme als EIN Ganzes und es gibt bis heute keinen zwingenden Beweis, dass dabei der Zeitfaktor irgendeine Rolle spielt. Und wenn man das ganzheitliche Modell wenigstens versuchsweise ohne Wenn und Aber einmal akzeptieren würde, weil es ja eine große Bereicherung der Erklärungsmuster ist, für die man dankbar sein sollte, dann verschwindet auch die so plausibel klingende Forderung, dass instantane Änderungen über große Entfernungen [mechanistisch] "erklärt" werden müssten. Niemand hat bis heute das Gravitationsphänomen ernstlich erklärt. Das ist auch weder möglich noch nötig, wie bereits Newton erkannte. Hauptsache wir können mit ihm prognostisch gut umgehen.
      Und was nun die "Bewegung" der Strahteiler betrifft, so beweist das Experiment nur wieder einmal, dass "Bewegung" nur ein EINDRUCK ist, der lediglich im Kopf des Beobachters existiert, der natürlich auch die Quanten, wie einstmals das Licht im Michelsonexperiment, nicht kümmern kann. Erst wo sich eine REALBEZIEHUNG ändert, wie z.B. zwischen Lichtquelle und Lichtempfänger, wird diese auch prombt durch den Dopplereffekt angezeigt.
      Mein Beitrag zur Klärung der Frage, ob es physikalisch momentane Wirkungen auf Distanz geben kann, finden Sie als Text 9 unter "Pro" in dem Buch "Instantaneous Action at a Distance in Modern Physics: Pro and Contra", Edited by E. Chubykalo (Ed.) (University of Zacatecas, Mexico), Viv Pope (Swansea, UK), Roman Smirnov-Rueda (Univerity of Wales, Bangor, UK), in CONTEMPORARY FUNDAMENTAL PHYSICS (1999) Valeri V. Dvoeglazow, Series Editor NOVA SCIENCE PUBLISHERS, INC. New York* ISBN 1-56072-698-9. Oder auf meiner Homepage WEGE DES DENKENS (www.helmut-hille.de/holistic.html, deutsch unter /ganzheit.html).
Mit freundlichen Grüßen
Helmut Hille
Hille-Heilbronn@t-online.de
www.helmut-hille.de
www.helmut-hille-philosophie.de - neu!

Eine Kopie ging an die Redaktion des Physik Journals mit folgender Anmerkung:
Vielen Dank für den Bericht. Er zeigt wiedereinmal, dass Relativisten eine physikalische Sekte sind, die auch nach über 75 Jahren nicht gewillt ist, die Fakten anzuerkennen, weshalb sie die Quantenmechanik immer noch mit ihren unsinigen Scheinproblemen zu attackieren versucht.
Hille

E-Mail vom 13. März 2002:

Sehr geehrter Herr Doktor Hille,
Es freut mich immer Reaktionen auf Artikel zu bekommen, entschuldigen Sie die spaete Antwort.
      Ich finde aber ein Problem in Ihrer Argumentation ist, dass Sie an der Gravitation "beweisen" wollen, dass etwas ohne Zeitverzoegerung geschieht. Ich gebe ihnen recht, dass zwingende Beweise fuer das Gegenteil ebenso fehlen, wenn Sie den indirekten Nachweis von Gravitationswellen ueber verlangsamende Pulsare nicht akzeptieren, was ich durchaus verstehen kann.
      Dennoch ist Einstein's Theorie der Gravitation fuer mich ein sehr schoenes Konstrukt, und dass die Newtonsche so nicht funktioniert, halte ich fuer ausreichend gezeigt. Es ist also wohl in fast allen gaengigen Theorien auch bei der Ausbreitung der Gravitation eine endliche Geschwindigkeit feststellbar.
Mit freundlichen Gruessen
Gregor Weihs

E-Mail vom 14. März 2002:

Sehr geehrter Herr Doktor Weihs,
vielen Dank für Ihre Antwort, die ja auch nicht so selbstverständlich ist.
      Ich kann ja nicht beweisen, dass Gravitation ohne Zeitfaktor ist*, was ich auch nicht für entscheidend halte. Entscheidend halte ich dagegen, dass Körper sich mittels der Gravitation als ein Ganzes verhalten: die kosmische Ordnung ist ja wohl der größtmögliche Beweis, das es so ist, der ja überhaupt denkbar ist. Warum also den Gedanken der Ganzheit nicht auch bei den kleinsten "Körpern" gelten lassen, wenn es alle großen schon vormachen?
      Die Forderung, der Wirkmechanismus müsste erklärt** werden, ist zwar verständlich und wünschenswert wäre es schon, wenn das möglich wäre. Aber sie als Kriterium zu benutzen, um das Phänomen irgendwie in Frage stellen zu können, sehe ich als ein Weiterwirken der Einsteinschen Ablehnung, die Fakten der Quantenmechanik anzuerkennen, was nach einem dreiviertel Jahrhundert für mich ein Anachronismus ist. Diese fast schon unendliche Fortsetzung einer negativen Einstellung zu unerwünschten, weil unverstandenen Fakten, halte ich für ein ernstliches Problem der Physik, da sie nicht dem Geist der Wissenschaftlichkeit entspricht.
Mit freundlichen Grüßen
Helmut Hille

**Das so neutral klingende Wort "Erklärung" meint immer eine mechanistische Erklärung im Sinne Einsteins. Was nicht in seinem Sinne "erklärt" werden kann, muss ein Irrtum sein, "weil nicht sein kann, was nicht sein darf." (Wilhelm Busch) Die ganze relativistische Erklärerei betrifft "Probleme", wie z.B. das der Gleichzeitigkeit, die sich bei einer vorurteilsfreien Sicht entweder gar nicht ergeben oder Fakten, die ohne Wenn und Aber einfach akzeptiert werden müssen.
*Wäre die Gravitation von einem Zeitfaktor abhängig, würde bei einer Änderung von Relationen oder Massen das Verhalten der Körper den tatsächlichen Machtverhältnissen hinterherhinken und beim Überschreiten der Grenzgeschwindkeit würden Körper sogar ganz aus ihrem Gravitationsverbund fallen. M.E. hat man solche Konsequenzen noch nie beobachtet. Georg Galeczki, von mir in den E-Mailaustausch einbezogen, schickte Gregor Weihs dazu die nachfolgend abgedruckte englischsprachige Stellungnahme, der sich die Übersetzung von P. Hille anschließt.

E-Mail vom 21. März 2002:

Lieber Herr Weihs,
in dem Anhang werden Sie einige zutreffende Argumente der 'beobachtbaren Konsequenzen' bezüglich [der Ausbreitung der Gravitation] finden. Da Sie die 'unstetigen Änderungen' des Feldes erwähnt haben, werde ich nächstes Mal Referenzen zu den Arbeiten von Waldyr Rodriguez, Jr. (Campinas, Brasil) ueber "X-pulses" schicken.
MfG
Georg Galeczki

The fundamental difference between gravitation and electricity is manifested in the everyday presence of all kinds of electromagnetic waves and in the total absence of gravitational waves. Gravitational interaction is apparently instantaneous, as reluctantly assumed by Newton and latter suggested by many researchers from Laplace to Eddington and Van Flandern. Indeed, from the astronomical evidence within the solar system, Laplace concluded that the speed of propagation of gravity has to be at least 108c. This limit has been pushed to 1010c in the last years by Van Flandern, thus strongly suggesting instantaneous propagation of gravity. To quote Van Flandern: "Anyone with a computer and an orbit computation or numerical integration software can verify the consequences of introducing a delay into gravitational interaction. The effect on computed orbits is usually disastrous because conservation of angular momentum is distroyed. Expressed less technically by Sir Arthur (Eddington), this means: ´If the Sun attracts Jupiter towards its present position S, and Jupiter attracts the Sun towards its present position J, the two forces are in the same line and balance. But if the Sun attracts Jupiter towards its previous position S´, and Jupiter attracts the Sun towards its previous position J´, when the force of attraction started out to cross the gulf, then the two forces give a couple. This couple will tend to increase the angular momentum of the system. And, acting cumulatively, will soon cause an appreciable change of period, disagreeing with observations if the speed is at all comparable with that of light.´

Der grundlegende Unterschied zwischen Gravitation und Elektrizität ist in der alltäglichen Gegenwart aller Arten elektromagnetischer Wellen und im vollkommenen Fehlen von Gravitationswellen manifestiert. Gravitationale Interaktivität ist augenscheinlich instantan, wie von Newton widerstrebend angenommen und später von vielen Forschern von Laplace über Eddington und van Flandern vorgebracht. In der Tat hat Laplace aus der astronomischen Evidenz innerhalb des Sonnensystems geschlossen, dass die Verbreitung der Schwerkraft zumindest 108c betragen müsse. Diese Begrenzung wurde von van Flandern in den letzten Jahren auf 1010c erweitert, womit er also sehr deutlich instantane Verbreitung von Gravitation nahegelegt hat. Um van Flandern zu zitieren: "Jedermann mit einem Computer und einer Orbitberechnung oder einer numerischen Integrationssoftware kann die Konsequenzen verifizieren welche sich aus der Einbringung einer Verzögerung in die gravitationale Interaktion ergeben. Die Auswirkung auf berechnete Orbite ist für gewöhnlich verheerend, da der Erhalt der Winkelbeschleunigung zerstört wird." Sir Arthur (Eddington) erläutert dies weniger technisch wie folgt: "Wenn die Sonne Jupiter zu ihrer gegenwärtigen Position S hin anzieht und Jupiter zieht die Sonne zu seiner gegenwärtigen Position J hin an, dann befinden sich die Kräfte auf der selben Linie und (in) Balance. Wenn die Sonne hingegen Jupiter zu ihrer vorhergehenden Position S' hin anzieht und Jupiter zieht die Sonne zu seiner vorhergehenden Position J' hin an, als die Anziehungskraft begann die Kluft zu überqueren, dann paaren sich diese beiden Kräfte. Diese Paarung wird dazu neigen die Winkelbeschleunigung des Systems zu vergrößern. Und, somit kumulativ wirkend, wird sie bald eine merkbare Veränderung der Zeitdauer/Periode herbeiführen, welche nicht mit den Beobachtungen übereinstimmt, wenn denn die Geschwindigkeit überhaupt mit der des Lichtes vergleichbar ist."
(ins Deutsche übertragen von P. Hille)


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