Inhalt:1. Oder bedürfen Physiker einer relativistischen Erklärung?
2. Fazit
3. Nicht nur Strahlen vergleichen, sondern auch deren Geschwindigkeit messen
4. Die virtuelle Welt des Beobachters oder warum es auf die Bewegung nicht ankommt
5. Warum nur das Bedenken von Ursachen Klarheit verschafft
6. Anmerkung zur angeblichen Gleichberechtigung der Standpunkte von Ptolemäus und Kopernikus
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Bestimmen heißt festlegen, zuordnen. Durch Zuordnung einer Sache zu einem Bezugssystem wird ihr Bewegungszustand durch den Beobachter bestimmt. So gibt es auch nicht das Problem, Naturgesetze für
bestimmte Bewegungszustände zu finden sondern es bleibt nur die Aufgabe, ihre Bestimmtheit als eine Leistung des Beobachters zu erkennen. Wer die Rolle des Beobachters nicht versteht, versteht auch die Sache nicht, die er beobachtet, und bleibt auf "kühne Hypothesen" (Popper) angewiesen. Doch die einleuchtendsten Hypothesen und geschicktesten mathematischen Manipulationen können Wissen und Verstehen nicht ersetzen. Deshalb müßte die Abklärung der Beobachterrolle das größte Anliegen der Wissenschaft sein, ist sie doch auch der Weg zu mehr Sachverstand, Wissen und Weisheit. Und nur Menschen mit echten Einsichten sind geistig mündig und stehen nicht in der Gefahr, von anderen manipuliert zu werden. Leider ist es jedoch oft genug so: um die Illusion der eigenen Objektivität ungestört pflegen zu können, verbunden mit dem Fließen von Forschungsgeldern, wird die Beobachterrolle minimalisiert bis eliminiert, nicht nur in der Physik. So wird im Namen der Objektivität die Subjektivität weiterhin ausgelebt, statt daß man lernt, sie in ihre Grenzen zu verweisen und geistig endlich reif zu werden.
zuletzt ergänzt am 16.10.2000
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Die Abstandsbeziehung zwischen einer Lichtquelle und dem Empfänger ihres Lichts ist eine an die Photonen gebundene reale und objektive Beziehung. Sie liegt auch dann vor, wenn kein Beobachter der Empfänger des Lichtes ist. Die Rot- und Blauverschiebungen von Lichtspektren und die Aberration sind reale, am Zielort, dem Fernrohr F, meßbare Phänomene des Abstandsverhaltens von Lichtquelle und Empfänger, auf denen sich eine Theorie aufbauen läßt, wie z. B. die Urknalltheorie auf die überwiegende Rotverschiebung galaktischer Quellen und ihre Zunahme bei wachsender Entfernung oder das heliozentrische Planetensystem auf die Aberration von Sternenlicht. Die Aberration, als der zweimal im Jahr wechselnde Vorhaltewinkel von Teleskopen, um den Lauf der Erde quer zu Lichtquellen auszugleichen, widerlegt z. B. die These Borns1), daß die Wahl des helio- oder geozentrischen Weltbilds in unserem Belieben steht und die Blau- und Rotverschiebung die These, daß infolge einer Relativität von Zeit und Raum das Licht nur mit einer einzigen, immer gleichen (konstanten) Geschwindigkeit c meßbar wäre. Zu diesem Schluß war man gekommen, weil man nur abstandskonstante Fälle untersuchte und das Ergebnis verallgemeinerte, ohne sich um das Abstandsverhalten der Quelle zu kümmern, da kausale Betrachtungen von Mach zu metaphysisch-religiösen Spekulationen erklärt worden waren und daher zu vermeiden wären. (Das hindert aber keinen Deterministen, anderslautenden Lehren, wie z. B. der Quantenmechanik, eine angebliche Verletzung der Kausalität vorzuwerfen, in der Hoffnung, sie damit diskreditieren zu können.) Da die Relativbewegung von Lichtquelle und Empfänger die heute akzeptierte einzige Erklärung der Blau- und Rotverschiebung ferner Lichtquellen ist, muß das Abstandsverhalten von Lichtquelle und Empfänger unweigerlich an der Geschwindigkeit des Photonenstrahls meßbar sein. Doch aus Respekt vor Einsteins These von der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit, hat sich noch niemand getraut, die effektive Geschwindigkeit ankommender Photonen blau- oder rotverschobener Quellen zu messen. Daher hatte ich am 25. Februar 1992 dem Präsidenten der MPG und danach dem Bundesforschungsministerium vorgeschlagen, eine solche Messung in das Forschungsprogramm aufzunehmen, auch um nicht weiterhin über die wahre Größe der Hubblekonstante rätseln zu müssen. Gerade weil das Licht, wie jedes andere physikalische Objekt, auf das keine Kraft einwirkt, von sich aus konstant in seinem Zustand verharrt - das ist die einzig wahre Konstanz, für die es logisch nachvollziehbare Argumente gibt, und damit das, was an der Aussage von der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit wahr ist! - muß unweigerlich die Relativgeschwindigkeit Quelle - Empfänger direkt meßbar sein, denn es gilt zwischen der Situation der Sache (hier: Verhaltenskonstanz) und der Situation des Messenden (hier: Relativbewegung zur Quelle) zu unterscheiden, etwas was die Quantenmechanik meist vergebens den Physikern klar zu machen versucht, von denen viele die Unbestimmtheit für eine Eigenschaft der Sache und nicht für eine des Wissens halten. Die Weigerung, die Geschwindigkeit des Photonenstrahls zu messen, beweist nur, daß die Physiker zumindestens instinktiv doch genau wissen, daß sie sich danach von der unspezifizierten Konstanzthese verabschieden müßten und sie gezwungen wären, endlich zu akzeptieren, daß es die unbequeme aber auch ungeheuer erhellende Rolle des Beobachters gibt - und das in einer Zeit, die auf Bequemlichkeit so viel Wert legt1)! Um Abklärung wird gebeten.
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Die rein geometrische Beziehung dagegen zwischen beliebigen Objekten ist jedoch eine virtuelle, da sie nur in den Augen des Beobachters existiert, der diese Beziehung für sich herstellt, z. B. um ein künftiges Ereignis berechnen zu können, das aber deshalb im Moment nicht real ist. Die Geschwindigkeit zwischen solchermaßen geistig verknüpften Objekten ist daher nur in der Relation meßbar, die der Beobachter hergestellt hat und kann sich (zumindest im gegenwärtigen Moment) nicht selber beweisen. Dagegen beweist ein reales Wirken sich in Form von Beschleunigung selbst, indem es Einfluß auf Beziehungen nimmt, die zwischen Teilen eines Systems bestehen, z. B. die Kurve einer Straße auf die Beziehung zwischen einem Bus und seinen Insassen oder die Erdrotation auf die Beziehungen zwischen dem Erdmantel und der Atmosphäre und den Ozeanen (Strömungen und Verlangsamung der Rotation) oder die Winkelbeschleunigung der Erde auf die Beziehung zwischen der Erdoberfläche und dem Foucaultschen Pendel, Beispiele, die ebenfalls die These von der Beliebigkeit des helio- und geozentrischen Weltbilds widerlegen.
Die Konstanz der Lichtgeschwindigkeit und ihre Größe c bei Messungen beweisen einzig die Abstandskonstanz zwischen der Lichtquelle und dem Lichtempfänger und sonst gar nichts!
Irgendwelche weitergehende physikalisch relevante Schlußfolgerungen aus diesem trivialen, voll sich selbst erklärenden Tatbestand können weder gezogen werden, noch sind sie erforderlich. Alle über Einsteins Vorschlag, wegen der Ergebnisse der Messungen von Michelson und Morley, die Lichtätherhypothese aufzugeben, hinausgehenden Überlegungen, sind - ganz unabhängig von ihrem Inhalt - schon widerlegt, bevor der Name einer solchen überhaupt nur erwähnt wird, da für sie keinerlei theoretischer Bedarf besteht. Einstein selbst geht mit einer späteren Aussage, daß die Lichtfortpflanzung nicht von der Bewegung der Lichtquelle abhängt (wohl aber ihre Messung vom Abstandsverhalten von Lichtquelle und Lichtempfänger, wie hinzugefügt werden muß, will man verstehen, von was man redet), mit dem von Newton im 1. Axiom ausgesprochenen Relativitätsprinzip konform, daß es für die Grundgesetze der Physik nicht auf die Ruhe oder die Bewegung von Körpern ankommt. Damit hatte er der zuerst auch von ihm in der Speziellen Relativitätstheorie gepflegten Unterscheidung zwischen "ruhenden" und "bewegten" Körpern und anderen physikalischen Objekten mit ihren Folgerungen widersprochen, in der richtigen Einsicht, daß diese Unterscheidung für die Grundgesetze der Physik ohne Bedeutung ist. Bei der Unterscheidung handelt es sich nur um ein pragmatisches Differenzieren des Beobachters gemäß seiner am Lebendigen geübten Sehgewohnheit, für die es aber in der Physik keine objektiven und damit veri- und falsifizierbaren Kriterien gibt. Auch in Einsteins berühmter Schrift von 1905, die von solchen Unterschieden ausgeht, auch wenn sie ihre Folgen zurecht beseitigen wollte und sich insofern auf der Spur der Wahrheit bewegte, kann sich zwangsläufig kein solches Merkmal finden, so daß ihre Problematik und Argumentation - bei aller Richtigkeit ihres Ansatzes, der die fortschrittlichen jungen Leute für sich vereinnahmt - keine wissenschaftlich nachprüfbare Grundlage enthält sondern mit den Wertungen des Beobachters steht oder fällt.
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Das Relativitätsprinzip im ursprünglichen Sinne, nämlich Newtons besagt, daß eine auf ihrer Umlaufbahn "bewegte" Erde sich objektiv selbst in absolut nichts von einer "ruhenden" unterscheidet - wahrscheinlich war es das, was Born1) mit der Beliebigkeit des helio- und geozentrischen Bezugssystems ausdrücken wollte, dabei aber übersah, daß die zusätzliche Rotation eine (Winkel-)Beschleunigung ist, für die es durchaus meßbare Beweise gibt, die beachtet sein wollen. Ganz abgesehen davon, daß es für das Kreisen der Erde um die Sonne deren Schwerefeld als physikalischen Erklärungsgrund gibt, für das Kreisen des Universums um die Erde jedoch nur der Augenschein spricht, müßte schon der Planet Neptun mit Überlichtgeschwindigkeit unterwegs sein, um einmal in 24 Stunden die "ruhende Erde" umkreisen zu können (wenn wir die mittl. Entfernung Sonne-Neptun auch als mittl. Entfernung Erde-Neptun ansehen). Wie es da die Fixsterne und erst recht die sonst so gern strapazierten "fernen Massen" mit der Umlaufgeschwindigkeit halten müßten, wage nichteinmal ich als Gegner jedes Tempolimits zu bedenken, damit mir nicht schwindelig wird. Da ist es nur gut, daß es für das Verhalten physikalischer Objekte einzig darauf an kommt, ob eine Kraft auf sie einwirkt (oder eingewirkt hat), erkenntlich an der Änderung ihrer Geschwindigkeit und/oder Richtung, wie Newton ebenfalls schon in seinen Axiomen sagte, und nicht welche Geschwindigkeit sie haben, deren Meßzahl immer von dem vom Beobachter gewählten Bezugssystem abhängt und damit beliebig ist, ohne daß dies einen Einfluß auf den Impuls der Beschleunigung hat.
Was soll mit A. Einsteins Vorschlag, aufgrund der Michelson-Experimente auf die Weltätherhypothese zu verzichten, unerklärt geblieben sein, daß man bis heute meint, eine weitere, geschwindigkeitsabhängige relativistische Erklärung der Michelsonversuche zu brauchen? Oder was können die Versuche noch erklären? Aber folgte die erste Erklärung nicht dem evidentesten und einfachsten Grundsatz: wo keine Ursache, da keine Wirkung, von dem Newton ausging? Ich bin überzeugt: Was sich von selbst erklärt braucht keine weitere Erklärung, die nur verunklaren kann. In unserem Fall heißt das: wo keine Relativbewegung von Lichtquelle und Lichtempfänger vorliegt (und keine Kraft einwirkt), da wird der Empfänger zwangsläufig immer die selbe Lichtgeschwindigkeit relativ zur Quelle messen, ganz gleich, in welcher Richtung das Licht unterwegs war. Oder eben umgekehrt: die selbe Größe der Lichtgeschwindigkeit bei Quelle und Empfänger beweist einzig den unveränderten Abstand zwischen beiden während des Strahlengangs, ganz gleich, wie das Licht geleitet wurde. Was soll daran einer Erklärung bedürfen??? Wer Selbstverständliches erklärt haben will, dem mangelt es an Logik und Sachverstand, was aber kein Wunder ist, wenn man sich das Bedenken von Ursachen, also der Sachen, die für das Bewirken verantwortlich sind, hat verbieten lassen.
Für die Physiker der letzten 100 Jahre hat die Lichtquelle als Ursache und Bezugspunkt der Lichtgeschwindigkeit überhaupt nicht existiert. So konnten sie gar nicht bemerken, daß nicht das geringste Sachproblem vorlag.
Für die Freunde einer rationalen Physik heißt das: auf den nächsten Paradigmenwechsel hoffen, besser noch, ihn zu befördern, der es den Physiker wieder opportun erscheinen läßt, Ursachen in Ansatz zu bringen, statt zu versuchen, durch rein mathematische Manipulation ein Ergebnis zu erzielen.
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1Max Born, Die Relativitätstheorie Einsteins, Springer-Verlag, Heidelberger Taschenbücher 1984, S.296: "Damit ist die Rückkehr zu des Ptolemäus Standpunkt der 'ruhenden Erde' ins Belieben gestellt." "Daher haben von Einsteins Standpunkt gesehen Ptolemäus und Kopernikus gleiches Recht. Welchen Ausgangspunkt man wählt, ist Sache der Bequemlichkeit." (Betonungen im Original) Wenn die Deutung von Fakten "ins Belieben gestellt" ist, muss man ja gleich befürchten, dass uns auch noch gesagt wird, es sei eine "Sache der Bequemlichkeit", ob man die Erde als Scheibe oder als Kugel oder als Hohlkugel oder als sonstwas ansieht. Die von Born als "Einsteins Standpunkt" bezeichnete Auffassung muss aufgrund der oben genannten Fakten falsch sein, solange die Beachtung und Deutung von Fakten nicht eine Frage der "Bequemlichkeit" oder anderer wissenschaftlich nicht relevanter Kriterien ist, z. B. der Wunsch, einmal etwas Originelles oder Tröstliches sagen zu wollen, sondern eine Frage der altmodisch gewordenen Redlichkeit bleibt, ohne die Wissenschaft als Methode des Wissenschaffens keinen Sinn macht. Zur "Freiheit der Forschung" kann es ja nicht gehören, Beliebiges nach Gutdünken zu verbreiten, während man von der übrigen Menschheit mit Recht erwartet, dass sie mit dem ihr anvertrauten Gut gewissenhaft umgeht. Nobelpreisträger der Naturwissenschaften, denen Wissen eine Frage der Beliebigkeit und Bequemlichkeit ist, sollte man den Preis aberkennen, denn sie haben ihn nicht verdient.
Ganz abgesehen von allen ihm widersprechenden Fakten ist es unerfindlich, wie man den "Standpunkt des Ptolemäus" für gerechtfertigt halten kann, wenn zugleich die angebliche Nichtüberschreitbarkeit der Lichtgeschwindigkeit zum Fundament der eigenen Welterklärung gehört, wo doch schon der Planet Neptun mit Überlichtgeschwindgkeit unterwegs sein müsste, um einmal in 24 Stunden die Erde umkreisen zu können, von Pluto und allen weit außerhalb liegenden astronomischen Erscheinungen ganz zu schweigen. Das erinnert doch sehr an das Weltbild vor Kant und Laplace, als man die Planeten Neptun und Pluto, das Foucaultsche Pendel und fremde Milchstraßen noch nicht kannte und das kleinere Planetensystem für das System der Welt hielt. Auch Newton nannte es so. Doch nur wenn man von der von James Bradley (1693-1762) entdeckten Abberation abgesehen und man vor allem nicht nach der Ursache der Planetenbahnen gefragt hätte - besonders nach der mit der Sonnenmasse verbundenen Gravitation - wäre damals der Ptolemäisch-Einstein-Bornsche Standpunkt vielleicht noch möglich gewesen, während aber bereits antike und asiatische Denker, fern aller im Abendland gepflegten Engstirnigkeit, unendliche viele Sonnen in einem unendlichen Universum lehrten, wofür die Kirche aber Giordano Bruno 1600 in Rom auf dem Scheiterhaufen brachte. Wollen oder sollen wir dahin zurück? Oder sind wir, bei aller Modernität, in Wahrheit mental immer noch dort in dem kleinen, feinen Universum, wo alles belebt ist und dementsprechend zielstrebig von selbst seinem natürlichen Orte zustrebt? Besonders die christlischen Kirchen würde dies freuen, wenn sie ihre Erklärungsmuster nomadisierender Hirten aus der Bronze- und frühen Eisenzeit bestätigt fänden. Aber es war wohl gerade die fatale Konsequenz für die nicht mehr ausdenkbaren Umlaufgeschwindigkeiten der nahen wie fernen Sonnen und Galaxien, welche Papst Johannes Paul II. im Oktober 1992 veranlaßte, auf das Dogma von der Erde als Mittelpunkt des uns bekannten Universums zu verzichten, womit er mehr Verstand bewies als der Nobelpreisträger Born. Dabei ist die Endlichkeit des uns bekannten Universums auch nur eine Folge der Endlichkeit der Lichtgeschwindigkeit und des Alters kosmischer Objekte, wodurch sich ein Lichthorizont mit der Erde als Mittelpunkt ergibt, über den wir nicht hinaussehen können, der aber kein Beweis für eine objektive Begrenztheit des Alls ist (s. auch auf Datei I/C4 = lt7.html den Text "Überlichtgeschwindigkeiten in der Kosmologie"). Aber Relativisten, die sich nur innnerhalb von Grenzen wohlfühlen und jede Offenheit fürchten - sei es beim Tempo, sei es beim Universum, sei es beim Forschen - hindert das nicht, diesen erdgebundenen Horizont als eine objektive Grenze anzusehen, weil es ja lt. Einstein Überlichtgeschwindigkeiten aus unserer Perspektive (!) nicht geben darf, womit ein altes anthropozentrisches Dogma durch ein neues ersetzt wird. Nötig wäre es jedoch, endlich von jeder Autoritätsgläubigkeit und Engstirnigkeit Abschied zu nehmen und für jede neue Erfahrung und jede vernünftige Überlegung ohne Vorbehalt offen zu sein, wie das für jemand, der Anspruch erhebt, ein Wissenschaftler zu sein, ganz selbstverständlich sein müsste.
Letzen Endes ist aber auch Borns Buch mit seinen skurrilen Argumenten wohl Ausdruck einer geistig unbewältigten Situation, dass Einstein die sog. Michelson-Experimente gleich zweimal und ganz gegensätzlich "erklärte", obwohl der von ihm zuerst vorgeschlagene Verzicht auf die Ätherhypothese sie schon hinreichend erklärt hatte. Aber niemand weiß, warum er dies tat und was er damit zusätzlich erklären wollte. Auch ich kenne Einsteins Motive nicht, kann sie nur aufgrund seiner auch sonst demonstrierten Denkweise und Ängste vermuten, doch bietet sich, außer einem (wahrscheinlich unbewussten) Versuch, die Realität der Bewegung und damit die Beseeltheit aller Dinge retten oder eine deskriptive, von Ursachen "befreite" Physik schaffen zu wollen (zuviel Mach gelesen), noch die These an, dass er (vielleicht auf Druck von Kollegen) den Äther retten wollte, also auch hier der Versuch eines unangepassten Denkens, Fakten sich zu adaptieren: Michelson und Morley hätten ja nur wegen der Anpassung ihrer Messmittel an die Geschwindigkeit der Erde den Ätherwind nur nicht messen können - also das Gegenteil der Empfehlung, aufgrund des Nullergebnisses der Messung, auf die Hypothese des Äthers zu verzichten. Und zugleich noch wie praktisch: wer Widersprüchliches behauptet, den bestraft nichteinmal das Leben, denn er hat garantiert immer einmal Recht - komme was da wolle, ganz gleich also, ob sich z.B. eines Tages die Existenz oder Nichtexistenz des Äthers erweist - und wird dann, wenn man seine Methode nicht durchschaut oder nicht durchschauen will, für ein Genie gehalten. Aber irgendwie ist dies natürlich schon genial, wenn auch nicht redlich. Vielleicht stimmt aber die These meines Webmasters: Einstein wollte eigentlich nur die Intelligenz und Aufmerksamkeit seiner Mitmenschen testen, denn der Widerspruch zwischen seinen beiden "Erklärungen" ist leicht zu bemerken. Wenn ich an seine herausgestreckte Zunge denke, erscheint mir diese These mit am plausibelsten und ich beginne, Einsteins Schadensfreude zu verstehen und mich ihr anzuschließen. "Ätsch, hereingefallen!"
© HILLE 1996
Nov.2002: vor allem die Anerkennung des Kopernikanischen Weltsystems durch Papst Johannes Paul II. nachgetragen
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Vorwort
Infolge der mit der Sonne verbundenen Schwerkraft würden die Planeten in die Sonne stürzen, würden ihre Fliehkräfte der Sonnenanziehung nicht entgegenwirken. Planetenbahnen sind die Balance zwischen der Schwerkraft der Sonne und der Fliehkraft der Planeten. Die Fliehkraft eines Planeten ergibt sich aus dessen Relativgeschwindigkeit zur Sonne. Also in Bezug auf das Schwerefeld der Sonne kommt es eben doch auf die "Bewegung" aber eben auf die Relativbewegung (und auf den Abstand zur Sonne) an, weil hier eine Realbeziehung vorliegt. Aber diese "Bewegung", sprich "Ortsveränderung", und die mit ihr verbundene Fliehkraft ist deshalb trotzdem nicht eine Eigenschaft, welche die Planeten für sich selber haben. Sie haben sie nur in Bezug auf die Sonne! Die Relativität steckt ja schon in dem Wort "Fliehkraft", weil man immer nur vor wen oder was "fliehen" kann. Ein Fliehen "an sich" vor nichts und niemand gibt es nicht. Denken wir uns die Sonne weg, dann verschwindet auch das, was wir die "Bewegung" = Ortsveränderung der Planeten nennen, und mit ihr "die Fliehkraft", die sich eben nur in einer Relation ergibt. Ohne Orte gibt es keine Ortsveränderung, d.h. ohne die Sonne würden die Planten nur in ihrem Zustand verharren (soweit sie sich nicht gegenseitig stören). Wo ist hier irgendein Problem, wenn man die Ursache der Erscheinungen und die Bedeutung der Begriffe bedenkt, ja, am besten gleich sachlich zutreffende Begriffe benutzt um eingeschliffene Denkfehler zu vermeiden?
Erst als man Mach folgte, der eine von Ursachen freie Physik forderte, begannen die Probleme, mit denen man sich bis heute herumschlägt, weil das Denken nicht mehr der Vernunft sondern der Ökonomie folgen sollte und der Physiker sich ganz naiv auf Sinneseindrücke verlassen sollte, in die er aber als Interpret immer schon drinsteckt, ohne es zu bemerken. Weg von der Denkanstrengung, Sein und Schein zu unterscheiden, ist man hinter Newtons kritische und rationale Lehre zurückgefallen und hält die "Bewegung", die jedoch nur ein Bewegungseindruck ist, für eine objektive Eigenschaft physikalischer Körper. Weil sich aber bei Messungen ihre Objektivität nicht erweist und man sich vom Faktum der Nichtmessbarkeit partout nicht belehren lassen will, versucht man sich mit einem ad hoc erfundenen Mangel der Messmittel zu rechtfertigen und die Fakten zu relativieren. Die Existenz dieses erfundenen Mangels zu "beweisen" ist der Inhalt von fast einhundert Jahren relativistischer "Forschung". Doch wer sich mit dem Schein begnügt, begnügt sich dann auch mit dem Anschein der "Beweise". Ersparte Gedanken bringen keine Zinsen! Und wer seinem Denken nicht traut,
braucht nur die Praxis der Trägheitsnavigation moderner Fortbewegungsmittel zu beachten, um die wahre Natur der "Bewegung" zu erkennen. Navigation kann sich keine fehlerhaften Einschätzungen leisten. Sie lebt von Tatsachen und ist keine Frage geschickter Interpretation. Man findet entweder sein Ziel oder verfehlt es. Und dicht daneben ist auch vorbei.
Newton ist der Erfinder oder zumindestens der Begründer der Trägheitsnavigation. Er nannte die Gründe dafür (ebenso wie für die Wirksamkeit des Raketenantriebs). Mit einer Plattform von kardanisch aufgehängten Kreiseln kann heute in jedem Fahrzeug, völlig unabhängig von der Außenwelt und damit von jedem äußeren Bezugssystem, allein aufgrund der Trägheit der Kreiselmasse, die Änderung der Fahrtrichtung und die Änderung der Geschwindigkeit direkt erkannt und somit in gewünschter Weise beeinflusst werden, wovon insbesondere in Luft- und Raumfahrt und bei U-Booten Gebrauch gemacht wird. Erst der Einsatz der Trägheitsnavigation machte die Raketen Wernher von Brauns lenkbar und damit im Krieg zu einer Waffe und später zu erfolgreichen Weltraumraketen.* Nicht direkt registrierbar ist jedoch die Fortbewegung selbst und ihre Geschwindigkeit. Zur Positionsbestimmung ist es daher erforderlich, aus der Beschleunigung die jeweils erreichte Geschwindigkeit und dann mit Hilfe der Zeit die zurückgelegten Strecken zu errechnen, soweit die Position nicht durch Außenbeobachtungen ermittelt werden kann.
Wo es zu schwierig ist, die Richtigkeit abstrakter Überlegungen zur Realität von Beziehungen darzulegen, kann auf diese unstrittige weltweite technische Praxis verwiesen werden, bei der - unabhängig von fremden Bezugssystemen - die Änderung des eigenen Bewegungsverhalten korrekt beurteilt bzw. gezielt herbei geführt werden kann. Diese Praxis beweist: Kräfte sind in Realbeziehungen real, d.h. beobachtungsunabhängig, Geschwindigkeiten dagegen werden uns erst durch ein Bezugssystem gegeben, sind also beobachtungsabhängig, d.h. die "Bewegung" einer Sache gibt es nur in den Augen eines Beobachters, als Relation zu einer anderen Sache, ist also keine Eigenschaft einer Sache selbst, weshalb sie für sich allein (d.h. wo sie nicht zu einem Impuls gehört) auch nichts bewirken kann. In abgeschlossenen Systemen ist sie daher nicht registrierbar, sondern kann nur fortgerechnet werden. Am Fahrzeug registrierbar wäre nur die Relativbewegung zu dem benutzten (meist aber selbst in Bewegung befindlichen) Medium - wenn denn ein solches vorhanden ist. Die Praxis - auch gerade das sog. Michelsonexperiment! - widerlegt die relativistische Behauptung, dass es auch außerhalb von Wechselwirkungen und Realbeziehungen für das Verhalten von Raum- und Zeitskalen auf die "Bewegung" und ihre Geschwindigkeit ankommt, was im übrigen bereits Newtons 1. Axiom verneint hat. Man hat es entweder bis heute nicht sorgfältig genug gelesen oder einfach nicht verstanden oder verstehen wollen. Wenn Michelson und Morley den Umlauf der Erde um die Sonne mit Hilfe von Licht nicht registrieren konnten, dann
Das ist das, was die sog. Michelsonexperimente ergaben, weshalb es zwingend war, auf die Hypothese eines (starren) Lichtäthers zu verzichten, was aber wohl bis heute niemand ausdrücklich will, weshalb die gar nicht erforderliche, frei herbeiphilosophierte relativistische Behauptung vielen immer noch sehr gelegen kommt, dass man - lediglich wegen sonderbarer Eigenschaften der Messmittel oder einer eigens erfundenen Raum-Zeit - die tatsächlich vorhandene "Bewegung" nur nicht hätte messen können. Meine These mit anderen Worten: Geschwindigkeit als Maß einer Bewegung, ebenso wie die Ruhe, als der Grenzfall derselben, sind keine Realitäten, also nicht absolut, wie man zu Eigenschaften sagt, die den Dingen selbst zukommen. Sie sind Eigenschaften, die nur im Kopf des vergleichenden Beobachters aufscheinen, ebenso wie "langsam" = "langsamer als", "schnell" = "schneller als", "groß" = "größer als" usw. Qualitäten sind, die sich nur beim Vergleichen ergeben, eventuell auch zu einem früheren Zustand der selben Sache, außerhalb eines Vergleichs, beim Fehlen eines Maßstabs, jedoch völlig gegenstandslos sind. Michael Schumachers Ferrari ist schneller als die Konkurenz, aber nicht schneller an sich. Maßstäbe, mit denen eine unbekannte Maßzahl mit einer bekannten Maßzahl in Relation gesetzt wird, damit auch sie uns bekannt wird, gibt sich der Beobachter - ggf. auch unbewusst - selbst, um ein Verständnis der Sache zu gewinnen, um die es ihm geht.
Das ist die wahre Relativität der Bewegung: ihre Abhängigkeit von einem Beobachter und von dessen Bezugssystem. Sie existiert eben einzig und allein relativ im Vergleich zu diesem und ist somit keine Eigenschaft, die Sachen selber haben. Eine Bewegungs- und Geschwindigkeitsaussage ohne Nennung des gewählten Bezugssystems macht nicht den geringsten Sinn und kann deshalb nicht nachvollzogen werden. Es gibt eben keine Ortsveränderung, wie man die "Bewegung" richtigerweise nennen sollte, ohne Orte, ebenso wie es keinen Satz ohne Worte gibt! Daher ist es nicht nur eine "Vermutung", wie Einstein 1905 in den "Annalen der Physik" ganz richtig schrieb, "daß dem Begriffe der absoluten Ruhe nicht nur in der Mechanik, sondern auch in der Elektrodynamik keine Eigenschaften der Erscheinungen entsprechen, ...", was er "Prinzip der Relativität" nannte (A. Einstein in "Zur Elektrodynamik bewegter Körper" in "Annalen der Physik“, Bd. 17, 1905). Hätte Einstein, die Rolle des Beobachters bedenkend, statt nur einer Vermutung, die Einsicht gehabt, warum "Bewegung" "relativ", nämlich beobachterabhängig ist, wäre er sicher bei seiner Auffassung geblieben und hätte nicht sofort anschließend, in der gleichen Veröffentlichung, mit "ruhenden Systemen", "ruhenden Uhren", der "Zeit des ruhenden Systems" usw. usf. argumentiert - obwohl dem "Ruhen" ja "keine Eigenschaften der Erscheinungen entsprechen" (Einstein), weshalb seine Überlegungen und "Erklärungen", schon nach seinem eigenen Prinzip, gegenstandslos, weil irreal sind. Eigenschaften, die eine Sache nicht selber hat, können real weder an ihr noch an anderen Sachen etwas bewirken. Man sieht auch bei ihm: etwas Richtiges zu erkennen und es geistig zu realisieren ist eben zweierlei und gelingt wohl selten genug und umso weniger, wenn man statt einer Einsicht nur eine "Vermutung" hat. Weil dies Einstein passierte, sind damit noch nicht alle anderen Physiker entschuldigt, die sich - zur Ersparnis eigenen Denkens (Denkökonomie!) - hinter der Autorität "Einstein" verstecken, um ein Alibi für ihr fehlendes Verständnis einfachster Phänomene zu haben. Aber wer Sinneseindrücke pflegen möchte, statt sich ernsthaft um die Sache selbst zu bemühen, hätte statt Naturwissenschaftler besser Künstler werden sollen - wenn sein Talent dann wenigstens dafür gereicht hätte.
Erläuterungen zur Größe "Geschwindigkeit" s. hierEinsteins richtige Einsicht, "daß dem Begriffe der absoluten Ruhe ... keine Eigenschaften der Erscheinungen entsprechen, ...", wird durch seine sofort anschließende Argumentation mit dem Begriff der Ruhe wieder aufgehoben. In China sagt man zu einem solchen Verhalten: "Ein Ergebnis durch unnötige Ergänzungen zunichte machen!" Ausgedrückt wird dies durch die Zeichen für "malen", "Schlange", "hinzufügen", "Fuß" (siehe unten), was besagen will: einer zuerst richtig gemalten Schlange Füße hinzufügen, wodurch die Schlange aufhört eine Schlange zu sein (nach G. Schmidt). Es fällt Menschen eben leicht, etwas so daherzusagen, aber schwer, es wirklich zu verstehen und dadurch konsequent zu sein.
© HILLE 1998-2003
*Hinweis aufgenommen auf Grund eines TV-Berichts in arte "Forscher für den Krieg (3)" August 2002
Vorwort vom 22.01.03
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