Wie im gesamten Mittelmeerraum war auch in Palästina im 1. Jh. n. Chr. die Weltmacht Rom die bestimmende politische Grösse. Der erstaunliche Weg vom kleinen republikanischen Stadtstaat zur militärischen Supermacht war durch verschiedene, sich ergänzende Strategien möglich geworden. Diese Strategien behielten ihre Gültigkeit auch in der Zeit der Konsolidierung des Imperium Romanum unter den ersten Kaisern. Sie sollten die römische Weltherrschaft festigen und gegen Angriffe von innen wie aussen sichern. Mit dieser ideologisch als Pax Romana deklarierten und abgesicherten Weltherrschaft gerieten aber immer wieder Menschen, Gruppierungen und Bewegungen in Konflikt, die im Namen ihrer eigenen religiösen und/oder politischen Vorstellungen ein «Königtum Gottes» verkündigten. Diese Bewegungen wurden wie im ganzen Imperium so auch in Palästina von den politischen Eliten als Störenfriede eingestuft, die sich nicht an die von Rom diktierten Spielregeln hielten und durch ihre Aktivitäten und Programme die Reaktionen seitens der römischen Machthaber provozierten. Die vorliegende Arbeit beschreibt die abgestuften Reaktionen der römischen Weltmacht gegenüber diesen Störenfrieden, wobei sie den Fokus auf die Bewegungen von Jesus von Nazaret und anderer prophetisch-messianischer Provokateure im Palästina seiner Zeit richtet. Die Überlebenschancen dieser Bewegungen angesichts des allmächtigen römischen Systems waren so gering, dass sich der Weitergang der Sache Jesu in der Jesusbewegung als erstaunliches Faktum herausstellt.